Die Eckdaten 2026
Alle Grenzwerte zum Urlaubsanspruch auf einen Blick.
| Größe | Wert |
|---|---|
| Gesetzl. Minimum (5-Tage-Woche) | 20 Arbeitstage |
| Gesetzl. Minimum (6-Tage-Woche) | 24 Werktage |
| Üblicher Vertragsurlaub | 25–30 Tage |
| Zusatzurlaub Schwerbehinderung | +5 Tage |
| Teilzeit-Umrechnung | Arbeitstage ÷ 5 |
Stand 2026 · §3 BUrlG (Mindesturlaub) und §208 SGB IX (Zusatzurlaub). Tarifliche Ansprüche können höher sein.
In fünf Schritten
Vom Vertragsurlaub bis zum anteiligen Anspruch bei Teilzeit und Eintritt.
Vertragsurlaub ermitteln
Schau in Arbeits- oder Tarifvertrag, wie viele Urlaubstage (bei 5-Tage-Woche) vereinbart sind.
Arbeitstage pro Woche festlegen
Entscheidend für die Teilzeit-Umrechnung ist die Zahl der Arbeitstage, nicht die Stunden.
Anteil bei Ein-/Austritt
Bei unterjährigem Beginn oder Ende zählt jeder volle Monat mit einem Zwölftel.
Zusatzurlaub addieren
Bei Schwerbehinderung (GdB ≥ 50) kommen 5 Tage nach §208 SGB IX hinzu.
Mit Minimum abgleichen
Der Rechner zeigt, ob dein Anspruch über dem gesetzlichen Minimum (§3 BUrlG) liegt.
Drei Rechenbeispiele
Teilzeit, unterjähriger Eintritt und Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung.
Beispiel A · Teilzeit
4-Tage-Woche
30 Vertragstage → 24 Tage bei 4-Tage-Woche
Sachverhalt. Eine Angestellte hat vertraglich 30 Urlaubstage (bezogen auf eine 5-Tage-Woche) und arbeitet jetzt an 4 Tagen pro Woche.
Regel. Anspruch = Vertragsurlaub × (Arbeitstage ÷ 5)
Ergebnis. 30 × (4 ÷ 5) = 24 Urlaubstage. Wichtig: In Urlaubswochen gerechnet bleibt es gleich (6 Wochen frei) – Teilzeit kostet keine Erholung, nur die Tageszahl sinkt proportional.
Beispiel B · Unterjähriger Eintritt
anteiliger Anspruch
Start am 1. Juli → 15 von 30 Tagen
Sachverhalt. Ein neuer Mitarbeiter beginnt am 1. Juli, arbeitet also 6 von 12 Monaten, bei 5-Tage-Woche und 30 Vertragstagen.
Regel. pro vollen Monat 1/12 des Jahresanspruchs
Ergebnis. 30 × 6 ÷ 12 = 15 Urlaubstage im ersten Jahr. Nach erfüllter 6-monatiger Wartezeit (§4 BUrlG) entsteht in den Folgejahren der volle Anspruch von 30 Tagen.
Beispiel C · Schwerbehinderung
§208 SGB IX
30 + 5 = 35 Tage Zusatzurlaub
Sachverhalt. Eine schwerbehinderte Beschäftigte (GdB 50) hat 30 Vertragstage bei voller 5-Tage-Woche.
Regel. +5 Tage Zusatzurlaub pro Jahr
Ergebnis. 30 + 5 Tage Zusatzurlaub = 35 Tage. Der Zusatzurlaub nach §208 SGB IX gilt bei einem Grad der Behinderung von mindestens 50 und wird bei Teilzeit ebenfalls anteilig umgerechnet.
Häufige Fragen zum Urlaubsanspruch
7 Antworten zu Minimum, Teilzeit, Eintritt und Kündigung.
Wie viel gesetzlicher Mindesturlaub steht mir 2026 zu?
Das Bundesurlaubsgesetz garantiert 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche bzw. 20 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche (§3 BUrlG). Das entspricht in beiden Fällen vier Wochen Urlaub im Jahr. Tarif- oder Arbeitsvertrag können mehr vorsehen – üblich sind 25 bis 30 Tage.
Wie wird der Urlaub bei Teilzeit umgerechnet?
Maßgeblich ist die Zahl der Arbeitstage pro Woche, nicht die Stundenzahl. Der Anspruch wird proportional umgerechnet: Urlaubstage × (Arbeitstage ÷ 5). Wer also 30 Tage bei 5-Tage-Woche hätte und auf 3 Tage reduziert, erhält 18 Tage – das sind dieselben sechs Urlaubswochen.
Wie viel Urlaub bekomme ich bei unterjährigem Eintritt?
Im Eintrittsjahr besteht der Anspruch anteilig: ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Beschäftigungsmonat. Bruchteile von mindestens einem halben Tag werden nach §5 Abs. 2 BUrlG aufgerundet. Den vollen Jahresanspruch gibt es erstmals nach erfüllter sechsmonatiger Wartezeit.
Wie viele Zusatztage bei Schwerbehinderung?
Schwerbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 erhalten nach §208 SGB IX fünf Arbeitstage Zusatzurlaub pro Jahr (bei 5-Tage-Woche). Bei abweichender Wochenarbeitszeit wird der Zusatzurlaub entsprechend umgerechnet.
Verfällt nicht genommener Urlaub am Jahresende?
Grundsätzlich ist Urlaub im laufenden Kalenderjahr zu nehmen. Eine Übertragung ins nächste Jahr (meist bis 31. März) ist nur bei dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen vorgesehen. Nach EuGH-Rechtsprechung verfällt Urlaub aber nur, wenn der Arbeitgeber rechtzeitig auf Resturlaub und Verfall hingewiesen hat.
Was passiert mit Resturlaub bei Kündigung?
Bei Ausscheiden in der ersten Jahreshälfte (Austritt bis 30. Juni) besteht ein anteiliger Anspruch von einem Zwölftel pro vollem Monat. Bei Austritt in der zweiten Jahreshälfte nach erfüllter Wartezeit steht in der Regel der volle Jahresurlaub zu. Nicht genommener Urlaub ist abzugelten (§7 Abs. 4 BUrlG).
Zählt Urlaub auch während Elternzeit oder Krankheit weiter?
Während Krankheit bleibt der Urlaubsanspruch erhalten; langfristig Erkrankte können Urlaub bis zu 15 Monate nach dem Urlaubsjahr nehmen. In der Elternzeit darf der Arbeitgeber den Urlaub für jeden vollen Monat um ein Zwölftel kürzen (§17 BEEG). Im Zweifel die Personalabteilung oder eine Rechtsberatung fragen.
Schlüsselbegriffe
- Mindesturlaub
- 20 Arbeitstage (5-Tage-Woche) bzw. 24 Werktage (6-Tage-Woche) nach §3 BUrlG.
- Werktage
- Alle Tage außer Sonn- und Feiertagen – also auch der Samstag (Grundlage des BUrlG).
- Teilzeit-Umrechnung
- Urlaubstage × (Arbeitstage pro Woche ÷ 5) – proportional zur Arbeitswoche.
- Wartezeit
- Voller Jahresurlaub erstmals nach 6 Monaten Beschäftigung (§4 BUrlG).
- Zusatzurlaub
- +5 Tage für schwerbehinderte Menschen mit GdB ≥ 50 (§208 SGB IX).
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