Ein Minijob (geringfügige Beschäftigung) ist für Arbeitnehmer attraktiv, weil das Entgelt in der Regel brutto = netto ist. Seit Oktober 2022 ist die Verdienstgrenze dynamisch an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt – sie steigt also automatisch mit, wenn der Mindestlohn erhöht wird.
Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026?
Die Grenze berechnet sich nach der Formel Mindestlohn × 130 ÷ 3 (gerundet auf volle Euro). Bei einem Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde ergibt das für 2026 eine Minijob-Grenze von rund 603 € im Monat. Im Jahr darf der Verdienst damit etwa 7.236 € betragen.
Die Logik dahinter: Ein Minijobber soll bei Mindestlohn rund 43,3 Stunden im Monat arbeiten können, ohne die Grenze zu sprengen. Steigt der Mindestlohn, steigt automatisch auch die Verdienstgrenze.
Was bleibt netto vom Minijob?
In der Regel das gesamte Entgelt: Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben, für dich fallen normalerweise keine Steuern und keine Sozialabgaben an. Eine Ausnahme ist die Rentenversicherung.
Rentenversicherung: Pflicht mit Befreiungsoption
Minijobber sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig und zahlen einen kleinen Eigenanteil (Differenz zum Arbeitgeber-Pauschalbeitrag). Du kannst dich aber auf Antrag befreien lassen – dann bleibt wirklich brutto = netto, du erwirbst aber weniger Rentenansprüche. Wer die paar Euro investiert, sammelt dafür vollwertige Pflichtbeitragszeiten.
Gelegentliches Überschreiten erlaubt
Die Grenze darf in bis zu zwei Monaten pro Jahr unvorhersehbar überschritten werden (z. B. bei Krankheitsvertretung), maximal bis zum Doppelten der Monatsgrenze. Wer dauerhaft mehr verdient, rutscht in den Übergangsbereich (Midijob) mit reduzierten Sozialabgaben.
Mehrere Minijobs – aufgepasst
- Ein Minijob neben Hauptjob: bleibt abgabenfrei (nur der erste).
- Mehrere Minijobs: Die Verdienste werden zusammengerechnet. Übersteigt die Summe 603 €, werden alle bis auf den ersten sozialversicherungspflichtig.
- Kurzfristige Beschäftigung (max. 3 Monate / 70 Tage im Jahr) ist eine eigene Kategorie ohne Verdienstgrenze.
Lohnt sich ein Midijob statt Minijob?
Wer knapp über der Grenze verdient, sollte rechnen: Im Übergangsbereich (Midijob, bis 2.000 € im Monat) steigen die Sozialabgaben nur langsam an, dafür baust du volle Sozialversicherungsansprüche auf. Ob sich das gegenüber dem Minijob lohnt, hängt vom genauen Verdienst ab – am besten mit dem Brutto-Netto-Rechner gegenrechnen.
Passende Rechner
- Minijob-Rechner – Grenze, Stunden, Verdienst
- Brutto-Netto-Rechner – für Midijob & Vollzeit
- Stundenlohn-Rechner – Lohn pro Stunde
- Werkstudent-Rechner – für Studierende