Vorsorge & Absicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum die BU für die meisten Pflicht sein sollte

Die Arbeitskraft ist das wertvollste Vermögen der meisten Menschen – und der Staat sichert sie kaum ab. Wir zeigen, warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig ist, wie viel BU-Rente du brauchst und worauf es im Vertrag ankommt.

RechnerCheck-Redaktion 6 Min. Lesezeit

Rund jeder vierte Erwerbstätige wird im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig – häufigste Ursachen sind psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats, nicht etwa Unfälle. Wer dann nicht mehr arbeiten kann, steht ohne private Vorsorge finanziell schnell vor dem Abgrund.

Was zahlt der Staat? Weniger als du denkst

Wer nach 2001 geboren ist bzw. ins Berufsleben startete, hat keinen Anspruch auf die alte Berufsunfähigkeitsrente mehr. Es gibt nur die Erwerbsminderungsrente – und die ist an strenge Bedingungen geknüpft: Sie zahlt voll erst, wenn du weniger als 3 Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kannst (nicht in deinem erlernten!). Die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente liegt bei rund 1.000 € im Monat – zu wenig zum Leben.

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Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Als Faustregel gilt: 60–80 % des aktuellen Nettoeinkommens. Wichtig ist, dass die Rente die laufenden Fixkosten (Miete, Kredite, Versicherungen, Lebenshaltung) deckt – und idealerweise auch die Altersvorsorge weiterlaufen lässt, denn während der Berufsunfähigkeit zahlst du nicht in die Rente ein. Achte auf eine Nachversicherungsgarantie und eine jährliche Dynamik, damit die Rente mit Inflation und Gehalt mitwächst.

Was kostet eine BU?

Der Beitrag hängt stark von Beruf, Alter und Gesundheit ab. Ein junger Büroangestellter zahlt oft 40–70 € im Monat für eine solide Rente, ein Handwerker mit höherem Risiko deutlich mehr. Zwei Hebel sind entscheidend:

  • Früh abschließen: Je jünger und gesünder, desto günstiger und einfacher die Gesundheitsprüfung.
  • Ehrliche Gesundheitsangaben: Falsche Angaben können im Leistungsfall zum Verlust des Schutzes führen.

Worauf im Vertrag achten?

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung – der Versicherer darf dich nicht auf irgendeinen anderen Beruf verweisen.
  • BU-Leistung ab 50 % Berufsunfähigkeit.
  • Weltweiter Schutz und Leistung auch bei befristeter BU (rückwirkende Zahlung).
  • Laufzeit bis zum Rentenbeginn (mindestens 65–67).

Für wen lohnt sich die BU besonders?

Für praktisch jeden, der von seinem Einkommen lebt – Angestellte, Selbstständige, Azubis und Studierende. Wer aus Gesundheitsgründen keine BU bekommt, sollte Alternativen prüfen (Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung). Den Hinterbliebenenschutz deckt zusätzlich eine Risikolebensversicherung ab.

Quellen: § 43 SGB VI (Erwerbsminderungsrente) · GDV · DRV-Statistik. Stand Juni 2026. Beiträge sind individuell und abhängig von Beruf, Alter und Gesundheit.

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Hinweis: Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 3. Juni 2026. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine qualifizierte Fachperson. Mehr dazu in der Über-uns und der Methodik.