§§ 150, 159 VVG · § 16 ErbStG · Stand Mai 2026

Risikolebensversicherung-Rechner 2026

Ermittlung der sinnvollen Versicherungssumme einer Risikolebensversicherung anhand eines transparenten Bedarfsmodells: Einkommensersatz, Restschuld laufender Kredite, Kinderversorgung und Bestattungskosten — abzüglich vorhandenen Vermögens. Mit Faktor-Faustregel, Beitragsfaktoren und steueroptimierter Vertragsgestaltung.

§§ 150 ff VVG

Todesfallabsicherung

Stand 05/2026

Bedarfsmodell + ErbSt

Fachliche Prüfung durch die Versicherungs­redaktion am 14. Mai 2026. Bedarfslogik in Anlehnung an die Hinterbliebenen-Bedarfsanalyse; Erbschaftsteuer-Freibeträge nach § 16 ErbStG ausgewertet.

Live · 2026

Empfohlene Versicherungssumme

472.000 €

Einkommensersatz 180.000 € + Restschuld 200.000 € + Kinder 100.000 € + Bestattung 12.000 € − Vermögen

Einkommensersatz

180.000 €

Restschuld

200.000 €

Kinderversorgung

100.000 €

Kapitalbedarf

492.000 €

Faustregel · Verbreitet ist eine Versicherungssumme vom 3- bis 5-fachen Jahresbruttoeinkommenzuzüglich der Restschuld aus Krediten. Dieses Bedarfsmodell rechnet den Einkommensersatz, die Tilgung laufender Darlehen, die Kinderversorgung und Bestattungskosten zusammen und zieht vorhandenes Vermögen ab.

Hinweis: Der Rechner liefert eine modellhafte Orientierung zur Versicherungssumme. Pauschalen (50.000 € je Kind, 12.000 € Bestattung) sind Richtwerte; der tatsächliche Bedarf hängt von Lebensstandard, gesetzlicher Hinterbliebenenrente und weiteren Verträgen ab. Keine Versicherungs-, Steuer- oder Rechtsberatung — die Tarifwahl sollte mit einem unabhängigen Berater erfolgen.

Reiner Todesfallschutz nach §§ 150 ff VVG

Die Risikolebensversicherung zahlt die vereinbarte Versicherungssumme, wenn die versicherte Person innerhalb der Laufzeit stirbt. Sie hat keinen Sparanteil und keine Ablaufleistung — deshalb ist der Beitrag im Verhältnis zur Absicherung minimal. Zweck ist der Schutz der Hinterbliebenen vor den finanziellen Folgen des Todes: laufende Kreditraten, Lebensunterhalt der Familie und Versorgung der Kinder. Verbraucherschützer empfehlen, diesen Risikoschutz konsequent vom Vermögensaufbau zu trennen.

Rechtsgrundlage §§ 150, 159 VVG · §§ 19 ff VVG
Faustregel Summe 3–5× Jahresbrutto + Restschuld
Beitrag Beispiel ab ~ 10 € / Monat (30 J., NR)
ErbSt-Freibetrag StKl. III 20.000 € · § 16 ErbStG

Versicherungssumme nach Lebensprofil

Grobe Orientierung, wie hoch die Summe je nach Lebenssituation typischerweise ausfällt — der Rechner liefert den individuellen Wert.

Lebensprofil Faktor Summe Treiber
Single, keine Schulden 0–50.000 € meist nur Bestattung
Paar ohne Kinder, Miete 3× Netto 100.000 € Einkommensausgleich
Familie, 1 Kind, Kredit 5× Netto 250.000 € Kredit + Versorgung
Familie, 2 Kinder, Immobilie 5× Netto 400.000 €+ Restschuld dominiert

Richtwerte. Bei Doppelverdienern wird in der Regel jeder Partner separat abgesichert; bei nur einem Einkommen liegt der Schwerpunkt auf dem Hauptverdiener. Quelle: marktübliche Bedarfsfaustregeln; Verbraucherzentrale.

Den Kapitalbedarf berechnen

Vier Bausteine ergeben den Bruttobedarf, vorhandenes Vermögen wird abgezogen — das Ergebnis ist die empfohlene Versicherungssumme.

Worked Example — Familie, 1 Kind, Immobilie

Ein Einkommen 36.000 €/Jahr, 250.000 € Restschuld, 20.000 € Vermögen.

Baustein Berechnung Betrag
Einkommensersatz 36.000 € × 5 Jahre 180.000 €
Restschuld Kredite Immobiliendarlehen 250.000 €
Kinderversorgung 1 Kind × 50.000 € 50.000 €
Bestattung & Nachlass Pauschale 12.000 €
Brutto-Kapitalbedarf Summe 492.000 €
− Vorhandenes Vermögen Erspartes, Depot −20.000 €
Empfohlene Versicherungssumme Bedarf netto 472.000 €

Wer den Kapitalwert einer gesetzlichen Witwen-/Waisenrente abziehen will, mindert den Einkommensersatz entsprechend. Inflation spricht eher für eine großzügige Summe. Quelle: eigenes Bedarfsmodell; vgl. DIN 77230.

Was den Beitrag bestimmt

Der Beitrag bemisst sich nach der Sterbewahrscheinlichkeit — Alter und Rauchen wirken am stärksten.

Beitrag senkend

Günstige Faktoren

  • + Junges Eintrittsalter — je früher, desto billiger
  • + Nichtraucher-Status (oft halber Beitrag)
  • + Guter Gesundheitszustand, kein Risikoberuf
  • + Fallende statt konstante Summe (Kredit)
  • + Jährliche statt monatliche Zahlweise

Beispiel

30 J., Nichtraucher, 200.000 € über 25 Jahre: oft 10–20 €/Monat bei günstigen Tarifen.

Beitrag erhöhend

Teure Faktoren

  • Höheres Eintrittsalter
  • Raucher (Risikozuschlag)
  • Vorerkrankungen → Zuschlag/Ausschluss
  • Gefährlicher Beruf oder Hobby
  • Lange Laufzeit bei hoher konstanter Summe

Konsequenz

Früh und gesund abschließen lohnt sich — der Beitrag bleibt über die gesamte Laufzeit konstant.

In sieben Schritten zur richtigen Police

Von der Bedarfsermittlung bis zum gesunden Abschluss — die sinnvolle Reihenfolge.

I

Absicherungsziel klären

Was soll abgesichert werden — die Restschuld eines Kredits, der Lebensunterhalt der Familie, die Versorgung der Kinder oder alles zusammen? Das Ziel bestimmt Summe, Laufzeit und Tarifform (fallend vs. konstant).

II

Kapitalbedarf ermitteln

Einkommensersatz (3–5 Jahresnettos) + Restschuld aller Darlehen + Versorgungsbetrag je Kind + Bestattungskosten. Das ist der Brutto-Kapitalbedarf der Hinterbliebenen.

III

Vorhandene Mittel abziehen

Liquidierbares Vermögen, bestehende Lebensversicherungen und der Kapitalwert gesetzlicher Hinterbliebenenrenten mindern den Bedarf. Was übrig bleibt, ist die empfohlene Versicherungssumme.

IV

Laufzeit festlegen

Bis zum Ende der Kreditlaufzeit, bis zur Selbstständigkeit der Kinder oder bis zum Renteneintritt. Lieber etwas länger — der Beitragsunterschied ist gering, die Lücke sonst teuer.

V

Tarifform wählen

Konstante Summe für Familien-/Einkommensabsicherung, annuitätisch fallende Summe zur reinen Kreditabsicherung. Auf Nachversicherungsgarantie und weltweiten Schutz achten.

VI

Vertragsgestaltung optimieren

Unverheiratete: zwei Einzelpolicen über Kreuz statt verbundener Police — vermeidet Erbschaftsteuer. Bezugsberechtigten klar benennen. Bei minderjährigen Kindern Vermögensverwaltung regeln.

VII

Tarife vergleichen & gesund abschließen

Bei identischer Leistung unterscheiden sich Beiträge stark. Früh und gesund abschließen sichert dauerhaft niedrige Beiträge. Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten (§§ 19 ff VVG).

Bei identischer Leistung und Gesundheit unterscheiden sich die Beiträge der Anbieter um mehr als 100 %. Ein Vergleich der Risikolebensversicherung zeigt mehrere Tarife nebeneinander und filtert nach Versicherungssumme, Laufzeit und Raucherstatus. Wer jung und gesund abschließt, sichert sich dauerhaft niedrige Beiträge — der Vergleich lohnt sich fast immer. Hinweis nach § 5a UWG: gekennzeichnete Werbe-Links — bei Vermittlung erhält RechnerCheck eine Provision, ohne dass dem Nutzer Mehrkosten entstehen.

Vier Konstellationen aus der Praxis

Junge Familie, Doppelverdiener, Alleinerziehende und reine Kreditabsicherung — jeweils mit konkreter Summenempfehlung.

Konstellation A · Junge Familie mit Immobilie

Hauptverdiener absichern · §150 VVG

Paar, 1 Kind, 250.000 € Restschuld, ein Einkommen 36.000 €/J

Sachverhalt. Die Familie hat ein Haus finanziert; die Restschuld beträgt 250.000 €. Nur ein Partner verdient (36.000 € netto/Jahr), der andere betreut das Kind. Stirbt der Hauptverdiener, fehlen sowohl die Kreditrate als auch der Lebensunterhalt.

Empfehlung. Bedarf rund 480.000 € — Restschuld + 5 Jahresnettos + Kind

Ergebnis. Kapitalbedarf: Restschuld 250.000 € + Einkommensersatz (5 × 36.000 =) 180.000 € + Kinderversorgung 50.000 € + Bestattung 12.000 € = 492.000 €. Abzüglich 20.000 € Vermögen ergibt sich eine empfohlene Versicherungssumme von rund 472.000 €. Bei einem 32-jährigen Nichtraucher kostet eine solche Police mit 25 Jahren Laufzeit oft nur 20–35 €/Monat — die Restschuld lässt sich mit fallender Versicherungssumme günstiger absichern.

Konstellation B · Doppelverdiener-Paar

Zwei Einzelpolicen über Kreuz

Beide verdienen, gemeinsame Restschuld 300.000 €

Sachverhalt. Beide Partner verdienen ähnlich und haben gemeinsam eine Immobilie finanziert. Sie sind nicht verheiratet. Eine gemeinsame „verbundene" Police würde nur einmal zahlen — beim ersten Todesfall — und wäre erbschaftsteuerlich nachteilig.

Empfehlung. Über-Kreuz-Police spart Erbschaftsteuer

Ergebnis. Empfehlung: zwei Einzelpolicen über Kreuz — jeder Partner versichert das Leben des anderen und ist selbst Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigter. Dann fließt die Leistung nicht in den Nachlass des Verstorbenen, sondern als eigener Anspruch — bei Unverheirateten entscheidend, weil hier nur 20.000 € Erbschaftsteuer-Freibetrag (Steuerklasse III) gelten. Jede Police deckt die halbe Restschuld plus Einkommensersatz; Summe je Police rund 250.000 €.

Konstellation C · Alleinerziehend

Kinderversorgung im Vordergrund

Alleinerziehend, 2 Kinder (6 und 9 J.), Miete

Sachverhalt. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern und 30.000 € Jahresnetto, keine Immobilie. Stirbt sie, müssen die Kinder versorgt und ein Vormund unterstützt werden. Die gesetzliche Halbwaisenrente deckt nur einen Bruchteil des Bedarfs.

Empfehlung. Bedarf rund 250.000 € — Einkommen + Kinderversorgung

Ergebnis. Kapitalbedarf: Einkommensersatz (5 × 30.000 =) 150.000 € + Kinderversorgung (2 × 50.000 =) 100.000 € + Bestattung 12.000 € = 262.000 €, abzüglich Vermögen. Die Versicherungssumme von rund 250.000 € sichert, dass die Kinder bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit versorgt sind. Wichtig: ein klar benannter Bezugsberechtigter und eine Regelung der Vermögensverwaltung für minderjährige Kinder (Testament, Ergänzungspflegschaft).

Konstellation D · Annuitäten- vs. konstante Summe

fallende vs. gleichbleibende Versicherungssumme

Reine Kreditabsicherung 200.000 € Annuitätendarlehen

Sachverhalt. Ein Kreditnehmer will ausschließlich die Restschuld eines Annuitätendarlehens absichern. Über die Laufzeit sinkt die Restschuld kontinuierlich — eine konstante Versicherungssumme wäre nach einigen Jahren überdimensioniert und unnötig teuer.

Empfehlung. fallende Summe folgt der Restschuld — deutlich günstiger

Ergebnis. Eine Risikolebensversicherung mit annuitätisch fallender Versicherungssumme passt sich dem Tilgungsverlauf an und kostet oft 30–50 % weniger als eine konstante Summe. Sinnvoll bei reiner Kreditabsicherung. Wer zusätzlich Einkommen und Kinder absichern will, kombiniert eine fallende (Kredit) mit einer konstanten Police (Familienversorgung) — oder wählt eine ausreichend hohe konstante Summe.

Über Kreuz abschließen — Erbschaftsteuer vermeiden

Die Vertragsgestaltung entscheidet, ob die Todesfallleistung steuerfrei zufließt — besonders wichtig für unverheiratete Paare.

Ist der Verstorbene Versicherungsnehmer und fällt die Leistung an die Erben, kann Erbschaftsteuer anfallen. Bei Ehegatten (500.000 €) und Kindern (400.000 € Freibetrag) ist das selten kritisch. Unverheiratete Partner haben jedoch nur 20.000 € Freibetrag (Steuerklasse III) — eine hohe Versicherungssumme würde erheblich besteuert.

Verbunden vs. über Kreuz

Wie die Gestaltung die Besteuerung bestimmt.

Verbundene Police: ein Vertrag, zwei versicherte Leben, Auszahlung beim ersten Todesfall. Günstig im Beitrag, aber die Leistung kann in den Nachlass fallen und bei Unverheirateten Erbschaftsteuer auslösen.

Über-Kreuz-Lösung: zwei Einzelpolicen. Partner A ist Versicherungsnehmer und Beitragszahler der Police auf das Leben von Partner B — und umgekehrt. Stirbt B, erhält A die Leistung aus eigenem Vertrag; sie fällt nicht in den Nachlass und löst keine Erbschaftsteuer aus.

Bezugsrecht klar regeln: Unabhängig von der Gestaltung sollte der Bezugsberechtigte ausdrücklich benannt werden, damit die Leistung schnell und am Nachlass vorbei zufließt. Bei minderjährigen Kindern ist die Vermögensverwaltung (Testament, Ergänzungspflegschaft) zu regeln.

Update-Log 2025 → 2026

Entwicklungen bei Beiträgen, Tarifoptionen und Steuerfreibeträgen.

Januar 2025

Stabile Beiträge trotz Zinswende

Anders als kapitalbildende Policen reagiert die Risikolebensversicherung kaum auf das Zinsumfeld — der Beitrag bemisst sich vor allem nach Sterbewahrscheinlichkeit. Die Beiträge blieben 2025 weitgehend stabil; einzelne Versicherer senkten sie aufgrund verbesserter Sterbetafeln leicht.

März 2025

Mehr Tarife mit Nachversicherungsgarantie

Der Markt hat die Anlassoptionen (Heirat, Geburt, Immobilienkauf) ausgeweitet. Immer mehr Tarife erlauben die Erhöhung der Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung — ein wichtiger Baustein, da der Absicherungsbedarf mit Lebensereignissen wächst.

Oktober 2025

Erbschaftsteuer-Freibeträge unverändert

Die Freibeträge (Ehegatten 500.000 €, Kinder 400.000 €, übrige/StKl. III 20.000 €) blieben 2026 unverändert. Für unverheiratete Paare bleibt die Über-Kreuz-Gestaltung der Risikolebensversicherung das zentrale Instrument zur Vermeidung von Erbschaftsteuer auf die Todesfallleistung.

Mai 2026

Marktvergleich Stiftung Warentest

Die Auswertung 2026 zeigt erneut Beitragsspannen von mehr als 100 % bei identischer Leistung und Gesundheit. Günstige Tarife mit „sehr gut" bei Bedingungen und Preis lassen sich nur über einen aktuellen Vergleich finden; Bestandsverträge sollten regelmäßig überprüft werden.

Häufige Fragen zur Risikolebensversicherung

13 Antworten mit Bezug auf VVG, ErbStG und die Praxis der Tarifwahl.

Was ist eine Risikolebensversicherung?

Die Risikolebensversicherung ist eine reine Todesfallabsicherung nach §§ 150 ff VVG: Stirbt die versicherte Person innerhalb der vereinbarten Laufzeit, erhalten die Hinterbliebenen die vereinbarte Versicherungssumme. Es gibt keinen Sparanteil und keine Auszahlung bei Ablauf — deshalb ist der Beitrag im Verhältnis zur Absicherung sehr niedrig. Sie dient dazu, Hinterbliebene vor finanziellen Folgen des Todes zu schützen: Kreditraten, Lebensunterhalt, Kinderversorgung.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Verbreitet ist die Faustregel 3- bis 5-faches Jahresbruttoeinkommen plus die Restschuld laufender Kredite. Genauer ist eine Bedarfsanalyse, die Einkommensersatz, Restschuld, Kinderversorgung und Bestattungskosten addiert und vorhandenes Vermögen sowie Ansprüche auf Hinterbliebenenrente abzieht. Dieser Rechner bildet dieses Bedarfsmodell ab. Wichtig: lieber etwas großzügiger, da Inflation und steigende Lebenshaltungskosten die reale Kaufkraft der Summe mindern.

Was kostet eine Risikolebensversicherung?

Der Beitrag hängt vor allem von Eintrittsalter, Raucherstatus, Versicherungssumme, Laufzeit und Gesundheitszustand ab. Für einen 30-jährigen Nichtraucher sind 200.000 € Summe über 25 Jahre oft schon für 10–20 €/Monat zu haben. Raucher zahlen meist das Doppelte. Mit jedem Jahr späteren Abschlusses steigt der Beitrag spürbar. Vergleichsportale zeigen erhebliche Preisunterschiede bei identischer Leistung — ein Vergleich lohnt fast immer.

Was ist der Unterschied zur Kapitallebensversicherung?

Die Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparvorgang und zahlt auch bei Erleben aus — entsprechend hoch ist der Beitrag und niedrig die Rendite. Die Risikolebensversicherung enthält keinen Sparanteil und ist reiner Risikoschutz. Verbraucherschützer empfehlen, Risikoschutz und Geldanlage zu trennen: günstige Risikoleben plus separater Vermögensaufbau (z. B. ETF-Sparplan) statt teurer Kombiprodukte.

Was bedeutet „verbundene" und „über Kreuz" abgeschlossene Police?

Eine verbundene Risikolebensversicherung versichert zwei Personen in einem Vertrag und zahlt nur einmal — beim ersten Todesfall. Sie ist günstig, aber erbschaftsteuerlich und bezugsrechtlich nachteilig, besonders für Unverheiratete. Die Über-Kreuz-Lösung (zwei Einzelpolicen, jeder versichert den anderen) verhindert, dass die Leistung in den Nachlass fällt und Erbschaftsteuer auslöst — bei Unverheirateten mit nur 20.000 € Freibetrag (StKl. III) der entscheidende Vorteil.

Muss ich Gesundheitsfragen beantworten?

Ja. Vor Abschluss sind Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten (vorvertragliche Anzeigepflicht, §§ 19 ff VVG). Falsche oder verschwiegene Angaben können im Todesfall zur Leistungskürzung oder -verweigerung führen. Bei Vorerkrankungen sind Risikozuschläge oder Ausschlüsse möglich. Wer kerngesund und jung abschließt, sichert sich dauerhaft günstige Beiträge — eine spätere Verschlechterung des Gesundheitszustands ändert den laufenden Vertrag nicht.

Ist die Auszahlung steuerfrei?

Die Todesfallleistung selbst unterliegt nicht der Einkommensteuer. Sie kann aber Erbschaftsteuer auslösen, wenn der Verstorbene Versicherungsnehmer war und die Leistung an die Erben fällt. Ehegatten haben 500.000 €, Kinder 400.000 € Freibetrag — meist unkritisch. Bei Unverheirateten (Freibetrag 20.000 €, StKl. III) ist die Über-Kreuz-Gestaltung wichtig, um Erbschaftsteuer ganz zu vermeiden.

Wie lange sollte die Laufzeit sein?

Die Laufzeit sollte den Absicherungsbedarf abdecken: bei Kreditabsicherung die Darlehenslaufzeit, bei Familienabsicherung bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit der Kinder bzw. bis zum Renteneintritt. Eine zu kurze Laufzeit lässt eine Lücke; eine längere kostet wenig mehr. Beachten: Bei Abschluss wird das spätere End-Alter mitkalkuliert — je länger, desto höher der Beitrag, aber auch desto sicherer die Absicherung.

Was ist eine fallende Versicherungssumme?

Bei der annuitätisch fallenden Versicherungssumme sinkt die Leistung über die Laufzeit — passend zur sinkenden Restschuld eines Annuitätendarlehens. Sie ist deutlich günstiger als eine konstante Summe und ideal zur reinen Kreditabsicherung. Für die Versorgung von Einkommen und Kindern, deren Bedarf nicht sinkt, ist dagegen eine konstante Versicherungssumme die richtige Wahl.

Brauchen Singles ohne Kinder eine Risikolebensversicherung?

Meist nein. Ohne unterhaltsberechtigte Angehörige und ohne gemeinsame Schulden besteht kein nennenswerter Absicherungsbedarf — allenfalls die Bestattungskosten, die sich günstiger über eine Sterbegeldversicherung oder Rücklage decken lassen. Anders, wenn ein Single Bürge oder Mitkreditnehmer ist oder Angehörige finanziell unterstützt. Dann kann eine kleine Summe sinnvoll sein.

Kann ich die Versicherungssumme später anpassen?

Viele Tarife bieten eine Nachversicherungsgarantie: Zu bestimmten Anlässen (Heirat, Geburt, Immobilienkauf, Gehaltssprung) lässt sich die Summe ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Das ist wertvoll, weil der Bedarf mit dem Leben wächst. Achten Sie beim Abschluss auf diese Option — sie kostet wenig und erspart bei späteren Lebensereignissen eine neue, teurere Police mit Gesundheitsprüfung.

Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahle?

Da die Risikolebensversicherung keinen Sparanteil hat, gibt es bei Kündigung oder Nichtzahlung keinen Rückkaufswert — der Schutz endet schlicht. Bei vorübergehenden Engpässen sind Beitragsstundung oder eine Reduzierung der Summe besser als die Kündigung. Wer den Vertrag kündigt und später neu abschließt, zahlt wegen des höheren Alters mehr und durchläuft eine erneute Gesundheitsprüfung.

Ist dieser Rechner eine Versicherungsberatung?

Nein. Der Rechner liefert eine modellhafte Orientierung zur sinnvollen Versicherungssumme anhand eines transparenten Bedarfsmodells. Die konkrete Tarifwahl, Laufzeit und Vertragsgestaltung (verbunden vs. über Kreuz, Bezugsrecht, Nachversicherung) hängt von der individuellen Situation ab und sollte mit einem unabhängigen Versicherungsberater oder -makler besprochen werden.

Schlüsselbegriffe der Risikolebensversicherung

Versicherungssumme
Der im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlte Betrag. Entweder konstant über die Laufzeit oder annuitätisch fallend (zur Kreditabsicherung).
Bezugsberechtigter
Die Person, die die Todesfallleistung erhält. Sollte ausdrücklich benannt werden, damit die Leistung am Nachlass vorbei direkt zufließt.
Über-Kreuz-Versicherung
Zwei Einzelpolicen, bei denen jeder Partner das Leben des anderen versichert und selbst Versicherungsnehmer ist — vermeidet Erbschaftsteuer, besonders bei Unverheirateten.
Nachversicherungsgarantie
Recht, die Versicherungssumme zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Vorvertragliche Anzeigepflicht (§§ 19 ff VVG)
Pflicht, Gesundheitsfragen vor Abschluss wahrheitsgemäß zu beantworten. Verstöße können die Leistung gefährden.
Fallende Versicherungssumme
Tarifform, bei der die Leistung dem Tilgungsverlauf eines Annuitätendarlehens folgt — günstiger als konstante Summe.

Quellen und Paragraphen

Gesetzestexte, Aufsichts- und Verbraucherquellen, auf denen das Bedarfsmodell beruht.

Zum Weiterlesen

Themen rund um Hinterbliebenenabsicherung und Vermögensschutz.

Risikoschutz und Geldanlage gehören getrennt: Neben der Risikolebensversicherung sind die Berufsunfähigkeitsversicherung für den Arbeitskraftschutz und ein ETF-Sparplan für den Vermögensaufbau die tragenden Bausteine einer schlanken Vorsorge.

Zur gesetzlichen Hinterbliebenenversorgung: die Witwenrente deckt nur einen Teil des Bedarfs. Für die Nachlassplanung relevant sind die Bestattungskosten und die Erbschaftsteuer mit ihren Freibeträgen.

Bei Immobilienfinanzierung bestimmt die Restschuld die Summe — der Tilgungsplan-Rechner und der Baufinanzierungs-Rechner zeigen den Verlauf. Den Gesamtbedarf über alle Risiken bündelt der Vorsorge-Bedarfs-Rechner.

§

Methodik & Pflegezyklus

Wie die Summen-Empfehlung dieses Rechners zustandekommt

Das Bedarfsmodell addiert vier Bausteine — Einkommensersatz (Jahresnetto × Versorgungsjahre), Restschuld, Kinderversorgung (Pauschale 50.000 € je Kind) und Bestattungskosten (12.000 €) — und zieht vorhandenes Vermögen ab. Es orientiert sich an der gängigen Hinterbliebenen-Bedarfsanalyse (vgl. DIN 77230). Die Pauschalen sind transparente Richtwerte; gesetzliche Hinterbliebenenrenten und weitere Verträge können den Bedarf mindern. Dies ist ein Berechnungswerkzeug zur ersten Orientierung und ersetzt keine Versicherungs- oder Steuerberatung.

Quellen: §§ 150, 159 VVG · §§ 19 ff VVG · § 16 ErbStG · DIN 77230 · Verbraucherzentrale · Stiftung Warentest 2026 Letzte fachliche Prüfung: 14. Mai 2026 Update-Zyklus: Jährlich sowie ad hoc bei Änderungen der Erbschaftsteuer-Freibeträge. Methodik-Übersicht →
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