§ 39b EStG · § 32a EStG · § 850a ZPO · Stand Mai 2026

Weihnachtsgeld-Rechner 2026

Wie viel netto vom Weihnachtsgeld bleibt? Der Rechner ermittelt die Steuer auf die Sonderzahlung nach der Differenzmethode (§39b EStG) und die Sozialabgaben bis zur Beitragsbemessungsgrenze — für Steuerklasse I bis VI. Plus: Anspruch, übliche Höhe und Rückzahlungsklauseln.

§39b EStG

Sonstiger Bezug

Stand 05/2026

Tarif & BBG 2026

Fachliche Prüfung durch die Redaktion am 28. Mai 2026. Lohnsteuer nach §39b EStG (Tarif 2026); Sozialabgaben bis BBG 2026.

Live · 2026

Netto-Weihnachtsgeld

1.776,00 €

Brutto 3.200,00 € − Lohnsteuer 747,00 € − SV 677,00 € · Abzugsquote 44,5 %

Brutto

3.200 €

Lohnsteuer

747 €

Sozialvers.

677 €

Netto

1.776 €

Sonstiger Bezug · Weihnachtsgeld wird als Einmalzahlung versteuert: Die Lohnsteuer ergibt sich aus der Differenz der Jahreslohnsteuer mit und ohne Sonderzahlung. Dadurch fällt die Abzugsquote oft höher aus als beim laufenden Gehalt. Es besteht kein gesetzlicher Anspruch — Weihnachtsgeld folgt aus Arbeits-/Tarifvertrag oder betrieblicher Übung.

Hinweis: Die Netto-Berechnung ist eine fundierte Schätzung — die Lohnsteuer folgt der Differenzmethode (§39b EStG, Tarif 2026), die Sozialabgaben den durchschnittlichen Arbeitnehmer-Sätzen bis zur BBG. Individuelle Faktoren (Krankenkassen-Zusatzbeitrag, Kinderlosenzuschlag, Freibeträge) können abweichen. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Kein gesetzlicher Anspruch — aber viele Quellen

Auf Weihnachtsgeld besteht kein allgemeiner gesetzlicher Anspruch. Er kann sich jedoch aus Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder betrieblicher Übung (dreimalige vorbehaltlose Zahlung) ergeben. Steuerlich gilt Weihnachtsgeld als sonstiger Bezug und wird nach der Differenzmethode versteuert — deshalb ist die Abzugsquote meist höher als beim laufenden Gehalt. Sozialabgaben fallen bis zur Beitragsbemessungsgrenze an.

Rechtsgrundlage Steuer §39b EStG · sonstiger Bezug
Gesetzlicher Anspruch nein · Vertrag/Tarif/Übung
Übliche Höhe 50–100 % eines Monatsgehalts
Pfändungsschutz bis 855 € · §850a ZPO

Wie hoch ist Weihnachtsgeld üblich?

Die Höhe hängt stark von Branche und Tarifbindung ab — von einem halben bis über ein ganzes Monatsgehalt.

Branche Anteil Monatsgehalt Hinweis
Öffentlicher Dienst (TVöD) ~ 80–90 % Jahressonderzahlung, tariflich
Metall- & Elektroindustrie ~ 55–60 % tariflich geregelt
Chemische Industrie ~ 95–125 % tariflich, hoch
Einzelhandel ~ 50–62,5 % tariflich
Ohne Tarifbindung 0–100 % freiwillig / betriebliche Übung

Richtwerte nach Tarifarchiv; die konkrete Höhe regelt der jeweils geltende Tarif- oder Arbeitsvertrag. Tarifgebundene Beschäftigte erhalten deutlich häufiger Weihnachtsgeld. Quelle: WSI-Tarifarchiv (Hans-Böckler-Stiftung).

So wird Weihnachtsgeld besteuert

Als sonstiger Bezug nach der Differenzmethode — plus Sozialabgaben bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Worked Example — 1.600 € Weihnachtsgeld, StKl. I

Reguläres Monatsbrutto 3.200 €, halbes Monatsgehalt Weihnachtsgeld.

Position Methode Betrag
Weihnachtsgeld brutto50 % v. 3.200 €1.600 €
− LohnsteuerDifferenzmethode §39b~ −330 €
− Sozialabgaben (AN)~ 21 % bis BBG~ −336 €
Netto-WeihnachtsgeldAuszahlung~ 934 €

Richtwerte; der genaue Wert hängt vom Jahreseinkommen, Zusatzbeitrag und Kirchensteuer ab. Bei Einkommen über der BBG entfallen anteilig die Sozialabgaben, und es bleibt netto mehr. Quelle: eigene Berechnung nach §39b EStG, Tarif 2026.

In sieben Schritten zum Netto-Weihnachtsgeld

Von der Anspruchsprüfung bis zur Steuererklärung.

I

Anspruch prüfen

Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder betriebliche Übung? Ohne eine dieser Grundlagen besteht kein Anspruch auf Weihnachtsgeld.

II

Höhe bestimmen

Als Prozentsatz des Monatsgehalts (z. B. 50–100 %) oder als fester Betrag. Tarifverträge legen die Höhe oft verbindlich fest.

III

Lohnsteuer nach Differenzmethode

Jahreslohnsteuer mit und ohne Sonderzahlung — die Differenz ist die Steuer auf das Weihnachtsgeld. Der Grenzsteuersatz wirkt voll.

IV

Sozialabgaben bis BBG

Beiträge fallen nur an, soweit die Beitragsbemessungsgrenze noch nicht erreicht ist. Besserverdiener zahlen anteilig weniger.

V

Netto ablesen

Brutto minus Lohnsteuer, Soli, Kirchensteuer und Sozialabgaben ergibt die Auszahlung — meist mit höherer Abzugsquote als beim Monatslohn.

VI

Rückzahlungsklausel beachten

Bei Bindungsklauseln die BAG-Grenzen kennen: bis 100 € nie, bis ein Monatsgehalt nur bis 31. März des Folgejahres rückzahlbar.

VII

Steuererklärung nutzen

Zu viel einbehaltene Lohnsteuer kann über die Einkommensteuererklärung zurückkommen — gerade in Jahren mit hohen Sonderzahlungen lohnenswert.

Weihnachtsgeld ist der ideale Anstoß, einmal jährlich die eigene Vorsorge zu prüfen. Wer das Plus nicht verkonsumiert, sondern in die Absicherung der Arbeitskraft steckt, gewinnt am meisten: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich sichert das gesamte künftige Einkommen ab. Je jünger und gesünder beim Abschluss, desto günstiger der Beitrag. Hinweis nach § 5a UWG: gekennzeichnete Werbe-Links — bei Vermittlung erhält RechnerCheck eine Provision, ohne dass dem Nutzer Mehrkosten entstehen.

Vier Konstellationen aus der Praxis

13. Gehalt, Besserverdiener über BBG, Rückzahlungsklausel und Anspruch aus betrieblicher Übung.

Konstellation A · Volles 13. Gehalt

sonstiger Bezug · Steuerklasse I

3.200 € Monatsbrutto, 100 % Weihnachtsgeld, StKl. I

Sachverhalt. Ein lediger Angestellter erhält ein volles 13. Monatsgehalt (3.200 €) als Weihnachtsgeld. Gesucht ist die Netto-Auszahlung.

Bewertung. Lohnsteuer nach Differenzmethode + volle SV

Ergebnis. Das Weihnachtsgeld wird als sonstiger Bezug versteuert: Die Lohnsteuer ist die Differenz zwischen der Jahreslohnsteuer mit und ohne die 3.200 €. Hinzu kommen die Sozialabgaben (rund 21 % Arbeitnehmeranteil), soweit die Beitragsbemessungsgrenze noch nicht erreicht ist. Netto bleiben — je nach genauer Konstellation — grob die Hälfte bis knapp zwei Drittel. Die Abzugsquote liegt höher als beim laufenden Gehalt, weil die Sonderzahlung den progressiven Steuersatz auf ihren gesamten Betrag trifft.

Konstellation B · Hoher Verdienst über BBG

Sozialabgaben gedeckelt

8.000 € Monatsbrutto · auf das Weihnachtsgeld kaum noch SV

Sachverhalt. Eine Führungskraft mit 8.000 € Monatsbrutto erhält Weihnachtsgeld. Das Jahreseinkommen liegt bereits über den Beitragsbemessungsgrenzen.

Bewertung. oberhalb der BBG fallen auf die Sonderzahlung keine SV-Beiträge mehr an

Ergebnis. Da das laufende Gehalt bereits über den Beitragsbemessungsgrenzen liegt (KV/PV 69.750 €, RV/AV 101.400 € im Jahr), fallen auf das Weihnachtsgeld kaum oder keine Sozialabgaben mehr an — die Grenzen sind ausgeschöpft. Es bleibt im Wesentlichen die Lohnsteuer (im Spitzensteuersatz). Dieser BBG-Effekt führt dazu, dass Besserverdiener vom Weihnachtsgeld netto anteilig mehr behalten als bei der Sozialabgabenlast eines Durchschnittsverdieners — der Rechner berücksichtigt die BBG-Restgrenzen.

Konstellation C · Rückzahlungsklausel

Bindungsklausel im Arbeitsvertrag

Kündigung nach Erhalt · Weihnachtsgeld teils zurückzahlen

Sachverhalt. Ein Arbeitnehmer erhält im November Weihnachtsgeld und kündigt zum 31. März des Folgejahres. Der Arbeitsvertrag enthält eine Rückzahlungsklausel.

Bewertung. Rückzahlung nur in engen, gestaffelten Grenzen zulässig

Ergebnis. Rückzahlungsklauseln sind nach der BAG-Rechtsprechung nur eingeschränkt wirksam: Ein Weihnachtsgeld bis zu 100 € muss nie zurückgezahlt werden; bis zu einem Monatsgehalt darf die Bindung höchstens bis zum 31. März des Folgejahres reichen; höhere Beträge erlauben längere, gestaffelte Bindungen. Hat das Weihnachtsgeld reinen Entgeltcharakter (Gegenleistung für geleistete Arbeit), ist eine Rückzahlungsklausel unwirksam. Die genaue Wirksamkeit hängt von der Vertragsformulierung ab.

Konstellation D · Anspruch aus betrieblicher Übung

dreimalige vorbehaltlose Zahlung

Drei Jahre Weihnachtsgeld ohne Vorbehalt · Anspruch entstanden

Sachverhalt. Ein Arbeitgeber zahlt drei Jahre in Folge vorbehaltlos Weihnachtsgeld in gleicher Höhe. Im vierten Jahr will er die Zahlung streichen.

Bewertung. betriebliche Übung begründet einen dauerhaften Anspruch

Ergebnis. Zahlt der Arbeitgeber dreimal vorbehaltlos Weihnachtsgeld, entsteht durch „betriebliche Übung" ein dauerhafter Rechtsanspruch — die Zahlung kann nicht mehr einseitig gestrichen werden. Will sich der Arbeitgeber das Streichen offenhalten, muss er einen klaren Freiwilligkeitsvorbehalt erklären (der jedoch strengen Wirksamkeitsanforderungen unterliegt). Ohne wirksamen Vorbehalt besteht der Anspruch fort und kann eingeklagt werden.

Rückzahlung & Bindungsklauseln

Wann Weihnachtsgeld bei Kündigung zurückzuzahlen ist — und wann nicht.

Die BAG-Grenzen für Rückzahlungsklauseln

Zulässige Bindung je nach Höhe des Weihnachtsgeldes.

Bis 100 €: keine Rückzahlung zulässig — der Betrag bleibt in jedem Fall beim Arbeitnehmer.

Bis zu einem Monatsgehalt: Bindung höchstens bis zum 31. März des Folgejahres. Wer danach kündigt, muss nicht zurückzahlen.

Über einem Monatsgehalt: längere, gestaffelte Bindungen möglich (bis zu mehreren Monaten), aber nie unverhältnismäßig lang.

Entgeltcharakter schlägt alles: Hat das Weihnachtsgeld reinen Entgeltcharakter — also Gegenleistung für geleistete Arbeit —, ist jede Rückzahlungsklausel unwirksam. Nur echte Gratifikationen mit Belohnungs- oder Bindungszweck dürfen in den genannten Grenzen zurückgefordert werden.

Update-Log 2026

Was sich bei Tarif, Beitragsgrenzen und Rechtsprechung getan hat.

Januar 2026

Grundfreibetrag & Tarif 2026

Der Grundfreibetrag stieg 2026 auf 12.348 €, der Einkommensteuertarif wurde zum Inflationsausgleich angepasst. Das wirkt sich über die Differenzmethode auch auf die Steuer der Sonderzahlung aus — die Werte des Rechners berücksichtigen den Tarif 2026.

Januar 2026

Höhere Beitragsbemessungsgrenzen

Die BBG stiegen 2026 (KV/PV auf 69.750 €, RV/AV auf 101.400 € im Jahr). Dadurch werden Sonderzahlungen bei mehr Beschäftigten voll sozialversicherungspflichtig, bevor die Grenze greift.

Tarifrunden 2025/26

Anpassungen der Jahressonderzahlungen

In mehreren Tarifrunden wurden Sonderzahlungen angepasst. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach dem jeweils geltenden Tarifvertrag und der Entgeltgruppe — der öffentliche Dienst zahlt nach TVöD eine gestaffelte Jahressonderzahlung.

Mai 2026

BAG bestätigt Grenzen für Rückzahlungsklauseln

Die Rechtsprechung zu Bindungs- und Rückzahlungsklauseln bleibt streng: Weihnachtsgeld mit Entgeltcharakter ist nicht rückforderbar, reine Gratifikationen nur in den gestaffelten Grenzen. Vertragsklauseln sollten daraufhin geprüft werden.

Häufige Fragen zum Weihnachtsgeld

12 Antworten zu Anspruch, Höhe, Steuer, Sozialabgaben und Rückzahlung.

Habe ich Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Es gibt keinen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Ein Anspruch kann sich aber ergeben aus dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder aus betrieblicher Übung (dreimalige vorbehaltlose Zahlung). Ob und in welcher Höhe Weihnachtsgeld gezahlt wird, hängt damit stark von Branche und Tarifbindung ab. Tarifgebundene Betriebe zahlen deutlich häufiger als nicht tarifgebundene.

Wie viel Weihnachtsgeld ist üblich?

Die Höhe schwankt stark je nach Branche und Tarifvertrag — von rund 50 % eines Monatsgehalts im Einzelhandel bis über 100 % (volles 13. Gehalt) in der chemischen Industrie. Im öffentlichen Dienst beträgt die Jahressonderzahlung je nach Entgeltgruppe etwa 80–90 %. Ohne Tarifbindung ist alles zwischen 0 und 100 % möglich. Eine häufige Größenordnung ist das halbe bis volle Monatsgehalt.

Wie wird Weihnachtsgeld versteuert?

Weihnachtsgeld ist ein sonstiger Bezug und wird nach der Differenzmethode besteuert: Das Finanzamt bzw. der Arbeitgeber berechnet die Jahreslohnsteuer einmal mit und einmal ohne die Sonderzahlung; die Differenz ist die Lohnsteuer auf das Weihnachtsgeld. Weil die Einmalzahlung auf den persönlichen Grenzsteuersatz trifft, ist die Steuerbelastung oft höher als beim laufenden Monatslohn — netto bleibt anteilig weniger.

Fallen Sozialabgaben auf das Weihnachtsgeld an?

Ja, Weihnachtsgeld ist sozialversicherungspflichtig — allerdings nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Liegt das bisherige Jahresentgelt schon nahe oder über der BBG (KV/PV 69.750 €, RV/AV 101.400 € im Jahr 2026), fallen auf die Sonderzahlung anteilig weniger oder gar keine Beiträge mehr an. Bei Durchschnittsverdienern wird das Weihnachtsgeld dagegen voll verbeitragt (rund 21 % Arbeitnehmeranteil).

Warum bleibt vom Weihnachtsgeld so wenig netto?

Zwei Effekte addieren sich: Erstens trifft die Lohnsteuer als sonstiger Bezug den vollen Betrag mit dem persönlichen Grenzsteuersatz (Progressionseffekt). Zweitens fallen Sozialabgaben an, soweit die BBG noch nicht erreicht ist. Beides zusammen führt bei mittleren Einkommen häufig zu einer Abzugsquote von 40–50 %. Anders als oft vermutet wird Weihnachtsgeld aber nicht „höher besteuert" — es wird nur nicht durch monatliche Freibeträge geglättet.

Muss ich Weihnachtsgeld bei Kündigung zurückzahlen?

Nur, wenn der Arbeitsvertrag eine wirksame Rückzahlungsklausel enthält. Nach der BAG-Rechtsprechung gilt: bis 100 € keine Rückzahlung; bis zu einem Monatsgehalt Bindung höchstens bis 31. März des Folgejahres; höhere Beträge erlauben längere, gestaffelte Bindungen. Hat das Weihnachtsgeld reinen Entgeltcharakter (Belohnung geleisteter Arbeit), ist eine Rückzahlungsklausel unwirksam. Reine Gratifikationen mit Bindungszweck dürfen dagegen in Grenzen zurückgefordert werden.

Was ist betriebliche Übung?

Zahlt der Arbeitgeber dreimal in Folge vorbehaltlos Weihnachtsgeld in gleichbleibender Höhe, entsteht ein dauerhafter Anspruch der Arbeitnehmer („betriebliche Übung"). Die Zahlung kann dann nicht mehr einseitig gestrichen werden. Will sich der Arbeitgeber das Streichen offenhalten, muss er bei jeder Zahlung einen wirksamen Freiwilligkeitsvorbehalt erklären — an dessen Formulierung stellt die Rechtsprechung hohe Anforderungen.

Ist das Weihnachtsgeld dasselbe wie ein 13. Gehalt?

Nicht zwingend. Ein „13. Monatsgehalt" ist meist ein voller zusätzlicher Monatslohn mit Entgeltcharakter, oft anteilig nach Beschäftigungsdauer im Jahr. „Weihnachtsgeld" kann dasselbe sein, aber auch eine kleinere Gratifikation mit Bindungs- oder Treuezweck. Die Bezeichnung und der Zweck im Vertrag entscheiden über Höhe, Rückzahlbarkeit und anteilige Kürzung bei unterjährigem Ein-/Austritt.

Bekomme ich anteiliges Weihnachtsgeld bei unterjährigem Eintritt?

Häufig ja. Viele Tarif- und Arbeitsverträge sehen eine Zwölftelung vor: Pro vollem Beschäftigungsmonat im Bezugsjahr entsteht 1/12 des Weihnachtsgeldes. Wer im Juli eintritt, erhält dann etwa 6/12. Ob und wie anteilig gezahlt wird, regelt der jeweilige Vertrag bzw. Tarifvertrag — eine gesetzliche Zwölftelungspflicht besteht nicht.

Ist Weihnachtsgeld pfändbar?

Weihnachtsgeld ist nach §850a ZPO bis zur Hälfte eines Monatseinkommens, höchstens aber bis zu einem bestimmten Betrag, unpfändbar (Stand 2026: bis 855 €). Der darüber hinausgehende Teil unterliegt den allgemeinen Pfändungsgrenzen. Dieser Schutz gilt unabhängig davon, ob bereits eine Lohnpfändung läuft. Details berechnet der Pfändungsfreigrenzen-Rechner.

Wirkt sich Weihnachtsgeld auf Sozialleistungen aus?

Ja, je nach Leistung. Beim Bürgergeld zählt es als einmalige Einnahme und wird im Zuflussmonat angerechnet. Beim Elterngeld kann es als sonstiger Bezug aus der Bemessung herausfallen. Beim Arbeitslosengeld I ist es Teil des Bemessungsentgelts, soweit es beitragspflichtig war. Wer Sozialleistungen bezieht, sollte die Anrechnung im Einzelfall prüfen.

Kann ich Steuer aufs Weihnachtsgeld zurückholen?

Möglicherweise. Da die Lohnsteuer auf sonstige Bezüge unterjährig nach einer Prognose einbehalten wird, kann sich im Rahmen der Einkommensteuererklärung eine Erstattung ergeben — etwa wenn das tatsächliche Jahreseinkommen niedriger ausfiel als prognostiziert oder hohe Werbungskosten und Sonderausgaben bestehen. Eine Steuererklärung lohnt sich daher gerade in Jahren mit hohen Sonderzahlungen häufig.

Ist diese Netto-Berechnung exakt?

Es handelt sich um eine fundierte Schätzung. Die Lohnsteuer wird korrekt nach der Differenzmethode (§39b EStG) ermittelt; die Sozialabgaben werden mit den durchschnittlichen Arbeitnehmer-Beitragssätzen bis zur BBG angesetzt. Individuelle Faktoren wie Zusatzbeitrag der Krankenkasse, Kinderlosenzuschlag in der Pflegeversicherung, Freibeträge oder bereits ausgeschöpfte BBG aus dem laufenden Jahr können abweichen. Für die exakte monatliche Abrechnung dient der Brutto-Netto-Rechner.

Schlüsselbegriffe rund ums Weihnachtsgeld

Sonstiger Bezug
Einmalzahlung, die nicht laufend gezahlt wird (z. B. Weihnachts-, Urlaubsgeld). Besteuerung nach der Differenzmethode (§39b EStG).
Differenzmethode
Lohnsteuer auf die Sonderzahlung = Jahreslohnsteuer mit minus ohne Sonderzahlung.
Betriebliche Übung
Dreimalige vorbehaltlose Zahlung begründet einen dauerhaften Anspruch der Arbeitnehmer.
Freiwilligkeitsvorbehalt
Erklärung des Arbeitgebers, dass die Zahlung freiwillig und ohne Anspruch für die Zukunft erfolgt — strenge Wirksamkeitsanforderungen.
Beitragsbemessungsgrenze (BBG)
Einkommensgrenze, bis zu der Sozialbeiträge erhoben werden. 2026: KV/PV 69.750 €, RV/AV 101.400 €/Jahr.
Rückzahlungsklausel
Vertragliche Bindung, die das Weihnachtsgeld bei Ausscheiden zurückfordert — nur in den vom BAG gesetzten Grenzen wirksam.

Quellen und Paragraphen

Gesetzestexte, Rechtsprechung und Tarifquellen, auf denen Berechnung und Hinweise beruhen.

Zum Weiterlesen

Themen rund um Gehalt und Sonderzahlungen.

Das laufende Nettogehalt ermittelt der Brutto-Netto-Rechner, die zweite große Sonderzahlung der Urlaubsgeld-Rechner. Die Jahreslohnsteuer nach §32a EStG berechnet der Lohnsteuer-Rechner.

Im öffentlichen Dienst regelt die Jahressonderzahlung der TVöD-Rechner. Bei Abfindungen greift die steuerlich günstige Fünftelregelung — siehe Abfindungsrechner. Den Lohn pro Stunde zeigt der Stundenlohn-Rechner.

Läuft eine Lohnpfändung, ist der Schutz des Weihnachtsgeldes nach §850a ZPO relevant — siehe Pfändungsfreigrenzen-Rechner. Die Veranlagung insgesamt bildet der Einkommensteuer-Rechner ab.

§

Methodik & Pflegezyklus

Wie die Netto-Schätzung dieses Rechners zustandekommt

Die Lohnsteuer auf das Weihnachtsgeld wird nach der Differenzmethode (§39b EStG) berechnet: Jahreslohnsteuer mit minus ohne Sonderzahlung, auf Basis des Einkommensteuertarifs 2026 (§32a EStG) inklusive Vorsorgepauschale. Die Sozialabgaben werden mit den durchschnittlichen Arbeitnehmer-Beitragssätzen (RV/AV 10,6 %, KV/PV ~10,55 %) angesetzt, jeweils nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze 2026 (KV/PV 69.750 €, RV/AV 101.400 €). Individuelle Faktoren wie der Krankenkassen-Zusatzbeitrag, der Kinderlosenzuschlag oder Freibeträge können abweichen. Dies ist eine fundierte Schätzung und ersetzt keine Steuerberatung; die exakte Abrechnung liefert der Brutto-Netto-Rechner bzw. die Lohnabrechnung.

Quellen: § 39b EStG · § 32a EStG · § 850a ZPO · BAG-Rechtsprechung · WSI-Tarifarchiv · BMF-Programmablaufplan 2026 Letzte fachliche Prüfung: 28. Mai 2026 Update-Zyklus: Jährlich zum Steuertarif und zu den Beitragsbemessungsgrenzen. Methodik-Übersicht →
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