Live · Pendlerpauschale 2026

Pendlerpauschale-Rechner 2026

Werbungskostenabzug für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG. Reform 2026: einheitlich 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer — die frühere Staffel ist abgeschafft, der Satz entfristet. Mit Höchstbetrag, Mobilitätsprämie §§ 101–109 EStG und Anrechnung von Arbeitgeberzuschüssen §40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 b EStG.

§ 9 EStG

Entfernungspauschale VZ 2026

Stand 05/2026

BMF-Schreiben 24.10.2025 ausgewertet

100 % lokal

keine Datenübertragung

Fachliche Prüfung durch die Steuer-Redaktion am 6. Mai 2026. Pauschalsätze, Höchstbeträge und Mobilitätsprämie gegen §9 EStG, §§ 101–109 EStG und das BMF-Schreiben vom 24.10.2025 (IV C 5 – S 2353/19/10011) abgeglichen.

Live · 2026

🚗 Pendlerpauschale pro Jahr

2.090,00 €

9,50 € pro Arbeitstag · spart 627 € Steuern

Bei 25 km und 220 Arbeitstagen setzt du 2.090,00 € Werbungskosten an — das mindert dein zu versteuerndes Einkommen.

Satz ab km 1

0,38 €

Pro Arbeitstag

9,50 €

Steuer­ersparnis

627 €

Tipp · Seit der Reform 2026 gilt die Entfernungspauschale einheitlich mit 0,38 € pro Kilometer ab dem 1. Kilometer — unabhängig vom Verkehrsmittel, auch für Fahrrad- oder Fußgängerwege. Deinen Grenzsteuersatz findest du im Lohnsteuer- bzw. Einkommensteuer-Rechner. Der Werbungskosten-Pauschbetrag 1.230 € ist bereits enthalten — höhere Beträge zählen on top.

Fachhinweis: Die Berechnung folgt §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG in der für VZ 2026 anzuwendenden Fassung. Die Steuerersparnis wird über den persönlichen Grenzsteuersatz approximiert — Anrechnung auf den Werbungskosten-Pauschbetrag §9a EStG (1.230 €) erfolgt erst auf Ebene der Veranlagung. Anrechnung steuerfreier Arbeitgeberleistungen §3 Nr. 15 EStG sowie pauschalbesteuerter Zuschüsse §40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 b EStG ist im Rechner nicht abgebildet. Verbindliche Auskunft erteilt das Finanzamt nach §89 Abs. 2 AO.

🧮 Entfernungspauschale §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG (VZ 2026)

Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sind unabhängig vom Verkehrsmittel pauschal abziehbar. Maßgeblich ist die kürzeste Straßenverbindung in einfacher Strecke je Arbeitstag. Seit der Reform 2026 gilt einheitlich 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) — die frühere zweistufige Staffel (0,30 €/km bis 20 km, 0,38 €/km ab 21 km) ist abgeschafft und der Satz entfristet. Der Höchstbetrag 4.500 €/Jahr entfällt bei eigenem oder überlassenem Kraftfahrzeug. Für Geringverdiener unter Grundfreibetrag wirkt die Mobilitätsprämie §§ 101–109 EStG als 14 %-Surrogat — seit 2026 auf die gesamte Pauschale ab km 1.

Anspruchsgrundlage § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG · i. V. m. §§ 9a, 4 Abs. 5 Nr. 6c, 101 ff.
Verwaltungsauffassung BMF-Schreiben 24.10.2025 (IV C 5 – S 2353/19/10011)
Veranlagungszeitraum VZ 2026 · Festsetzung typisch 2027

📋 Eckwerte der Entfernungspauschale VZ 2026

Pauschsätze, Höchstbeträge und Mobilitätsprämie nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG sowie §§ 101–109 EStG, abgeglichen gegen das BMF-Schreiben vom 24.10.2025.

Kennzahl Wert 2026 Norm
Entfernungspauschale ab km 1 0,38 €/km §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG
Geltung erhöhter Satz 0,38 €/km dauerhaft (entfristet seit 2026) Reform 2026 · §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG
Höchstbetrag (außer eigener / Dienst-PKW) 4.500 €/Jahr §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG
Höchstbetrag eigener / überlassener PKW unbegrenzt §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG
Werbungskosten-Pauschbetrag (Arbeitnehmer) 1.230 € §9a Satz 1 Nr. 1 a EStG
Mobilitätsprämie ab km 1 14 % × 0,38 €/km §§ 101–109 EStG
Mobilitätsprämie nur unter Grundfreibetrag < 12.348 € zvE §101 EStG i.V.m. §32a Abs. 1 EStG
Doppelte Haushaltsführung Heimfahrten 1 × pro Woche §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 6 EStG
Pauschalbesteuerung Arbeitgeberzuschuss 15 % §40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 b EStG

Mit der Reform 2026 wurde die frühere zweistufige Staffel (0,30 / 0,38 €) abgeschafft — seither gilt einheitlich 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer, und zwar dauerhaft (entfristet). Der WK-Pauschbetrag §9a EStG bleibt 2026 unverändert bei 1.230 €.

📊 Pauschale nach Entfernungsstufen (220 Arbeitstage)

Tagessatz (0,38 €/km ab km 1), Jahresbetrag und Steuerersparnis bei Grenzsteuer 30 %. Werte kaufmännisch gerundet.

Entfernung Pauschale / Tag Pauschale / Jahr Ersparnis 30 %
5 km 1,90 € 418,00 € 125,00 €
10 km 3,80 € 836,00 € 251,00 €
15 km 5,70 € 1.254,00 € 376,00 €
20 km 7,60 € 1.672,00 € 502,00 €
25 km 9,50 € 2.090,00 € 627,00 €
30 km 11,40 € 2.508,00 € 752,00 €
40 km 15,20 € 3.344,00 € 1.003,00 €
50 km 19,00 € 4.180,00 € 1.254,00 €
75 km 28,50 € 6.270,00 € 1.881,00 €
100 km 38,00 € 8.360,00 € 2.508,00 €

Werte nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG, 220 Arbeitstage angenommen. Steuerersparnis nominal mit Grenzsteuer 30 % — der tatsächliche Effekt hängt vom persönlichen Grenzsteuersatz und vom Übersteigen des WK-Pauschbetrags 1.230 € ab.

🚙 Höchstbetrag 4.500 € und PKW-Befreiung

§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 Hs. 2 EStG: Der Cap entfällt bei eigenem oder zur Nutzung überlassenem Kraftfahrzeug. Für Bahn, ÖPNV, Fahrrad und Mitfahrt gilt der Höchstbetrag.

Der Höchstbetrag wirkt als Begrenzung der jährlichen Werbungskosten aus Pendlerpauschale auf 4.500 €. Wird die Strecke jedoch mit einem eigenen oder überlassenen Kraftfahrzeug zurückgelegt — auch ein gemietetes oder geleastes Fahrzeug zählt dazu —, entfällt der Cap nach Satz 2 Halbsatz 2. Glaubhaftmachung erfolgt regelmäßig über Tankquittungen, TÜV-Berichte oder Inspektionsrechnungen.

PKW-Pendler · kein Cap

Eigener / überlassener PKW

  • + 80 km × 0,38 € × 220 Tage = 6.688 € voll abzugsfähig
  • + Strecke beliebig, kein Jahres-Deckel
  • + Mischformen tageweise möglich (PKW + ÖPNV)
  • + Mietfahrzeug und Carsharing zählen mit

Werbungskosten

unbegrenzt nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 Hs. 2 EStG — Glaubhaftmachung der PKW-Nutzung erforderlich.

Bahn / ÖPNV · Cap 4.500 €

Andere Verkehrsmittel

  • + 80 km × 0,38 € × 220 Tage rechnerisch 6.688 €
  • Gedeckelt auf 4.500 €/Jahr
  • Differenz 2.188 € nicht abzugsfähig
  • + Ausnahme §9 Abs. 2 Satz 2 EStG: höhere tatsächliche ÖPNV-Kosten gegen Nachweis

Werbungskosten

Begrenzt auf 4.500 €. Bei Schwerbehinderung (GdB ≥ 70 / ≥ 50 + Merkzeichen) gilt §9 Abs. 2 Satz 3 EStG: tatsächliche Kosten ohne Cap.

Bei Mischformen ist tageweise aufzuteilen — der unbegrenzte Abzug gilt nur für tatsächlich mit eigenem PKW gefahrene Tage; der ÖPNV-Anteil unterfällt dem 4.500 €-Cap. Praktischer Erfahrungswert: Der Höchstbetrag wird ab rund 54 km einfacher Strecke relevant (54 km × 0,38 € × 220 Tage ≈ 4.514 €).

💶 Mobilitätsprämie §§ 101–109 EStG

Seit der Reform 2026: 14 % der Pendlerpauschale ab dem 1. Entfernungskilometer für Pendler unter dem Grundfreibetrag.

Wann greift die Mobilitätsprämie?

Wirkt, wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag (2026: 12.348 €) nicht erreicht — seit der Reform 2026 für die gesamte Pendlerpauschale ab dem 1. Kilometer.

Tatbestand Norm Wirkung
zvE über Grundfreibetrag 12.348 € §101 EStG Negativbedingung keine Prämie · reguläre §9 EStG-Wirkung
zvE unter Grundfreibetrag · jede Strecke ab km 1 §§ 101, 104 EStG 14 % · 0,38 €/km · Tag · Anzahl Tage
Beantragung §105 EStG Anlage Mobilitätsprämie zur ESt-Erklärung
Auszahlung / Festsetzung §§ 106, 108 EStG mit ESt-Bescheid · keine Sozialabgaben
Höchstgrenze §103 Satz 2 EStG max. fiktive Steuerersparnis aus §9 EStG

Die Mobilitätsprämie ist die einzige Konstellation, in der die Pendlerpauschale unabhängig von einer Einkommensteuerbelastung wirkt. Seit der Reform 2026 wird sie auf die gesamte Pauschale ab dem 1. Entfernungskilometer gewährt und ist entfristet — die frühere Beschränkung auf den Streckenanteil ab dem 21. km ist entfallen. Quelle: §§ 101–109 EStG · BMF-Schreiben 24.10.2025 Rn. 24 ff.

⚖️ Werbungskosten-Pauschbetrag §9a EStG · Kipppunkt

Die Pendlerpauschale wirkt nur dann zusätzlich, wenn die Summe aller Werbungskosten den Pauschbetrag 1.230 € übersteigt. Orientierungswert-Kipppunkt bei reiner Pendelei.

Nach §9a Satz 1 Nr. 1 a EStG wird Arbeitnehmern von Amts wegen ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 1.230 €/Jahr abgezogen — unabhängig vom Nachweis. Höhere tatsächliche Werbungskosten greifen nur, wenn sie diesen Pauschbetrag insgesamt übersteigen. Die Pendlerpauschale ist im Pauschbetrag also bereits rechnerisch enthalten; entscheidend ist allein das Übersteigen.

Wann lohnt der Einzelnachweis?

Daumenwert über die einfache Pendelstrecke bei 220 Arbeitstagen.

Entfernung Pauschale / Jahr Verhältnis zum Pauschbetrag
10 km 836 € unter 1.230 € · Einzelnachweis wirkungslos, sofern keine weiteren WK
14 km 1.170 € knapp unter 1.230 € · Pauschbetrag noch günstiger
15 km (Kipppunkt) 1.254 € knapp über 1.230 € · ab hier lohnt der Einzelnachweis bei reiner Pendelei
20 km 1.672 € 442 € über Pauschbetrag · klarer Mehrabzug
40 km 3.344 € 2.114 € über Pauschbetrag · spürbare Steuerwirkung

Faustregel: Bei reiner Pendelei lohnt der Einzelnachweis ab etwa 15 km. Bei zusätzlichen Werbungskosten (Arbeitsmittel, Fortbildung, Home-Office-Pauschale §4 Abs. 5 Nr. 6c EStG, Berufsverband, doppelte Haushaltsführung) sinkt die Schwelle entsprechend — eine Aufsummierung lohnt jedenfalls dann, wenn die Gesamtwerbungskosten 1.230 € überschreiten. Quelle: §9a Satz 1 Nr. 1 a EStG · BMF-Schreiben 24.10.2025 Rn. 12.

👥 Vier Werbungskosten-Konstellationen aus der Praxis

Anonymisierte Festsetzungen: Mittelstrecke mit Mehrabzug, Kurzstrecke unter Pauschbetrag, Fernpendler ohne Höchstbetrag und Mobilitätsprämie unter Grundfreibetrag.

§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG · Mittelstrecke

Tarifformel 2026 · Single, Steuerklasse I

Pendler 30 km × 220 Arbeitstage · Grenzsteuer 33 %

Sachverhalt. Angestellter, Bruttojahresgehalt 56.000 €, einfache Fahrtstrecke Wohnung → erste Tätigkeitsstätte 30 km nach kürzester Straßenverbindung (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG). Anwesenheit am Arbeitsplatz 220 Tage (von 252 Werktagen, abzüglich 30 Urlaub, 2 Krankheit). Keine Heimarbeit, keine Dienstreisen.

Rechnung. Einheitlicher Satz ab km 1 (Reform 2026): 30 km × 0,38 € = 11,40 €/Tag. Jahresbetrag: 11,40 € × 220 Tage = 2.508 €.

Festsetzung. Festsetzung: Werbungskosten Pendlerpauschale 2.508 €. Mehrbetrag gegenüber WK-Pauschbetrag 1.230 €: 1.278 €. Bei Grenzsteuer 33,1 % entspricht das einer Einkommensteuer-Ersparnis von rund 423 €/Jahr, zuzüglich Soli (sofern Soli-pflichtig). Der Höchstbetrag 4.500 € ist nicht relevant — wäre er es, würde er den eigenen PKW als Verkehrsmittel ohnehin nicht beschränken (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG).

§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG · Kurzstrecke

Pendelweg unter dem Pauschbetrag

Kurzstrecken-Pendler 8 km × 220 Tage · Pauschbetrag-Falle

Sachverhalt. Verwaltungsangestellte, einfache Strecke 8 km, einheitlicher Satz 0,38 €/km ab km 1 (Reform 2026). Keine weiteren Werbungskosten oberhalb des Pauschbetrags. Kontext: rund 24 % der Vollzeit-Beschäftigten pendeln laut Mikrozensus 2024 weniger als 10 km — die Mehrheit dieser Gruppe verbleibt unterhalb des §9a-Pauschbetrags.

Rechnung. Jahresbetrag: 8 km × 0,38 € × 220 Tage = 668,80 €. Vergleich Werbungskosten-Pauschbetrag §9a Satz 1 Nr. 1 a EStG: 1.230 €. Differenz: 1.230 − 668,80 = 561,20 € — der Pauschbetrag schlägt die tatsächliche Pendlerpauschale um diesen Betrag.

Festsetzung. Festsetzung: Werbungskosten 1.230 € (Pauschbetrag), nicht 668,80 €. Die Pendlerpauschale wirkt sich nicht zusätzlich aus — sie ist im Pauschbetrag bereits enthalten. Eine separate Geltendmachung ist sinnlos, solange keine weiteren Werbungskosten (Arbeitsmittel, Fortbildung, Home-Office-Pauschale §4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG) die Pauschbetragsgrenze überschreiten. Daumenwert: Erst ab rund 15 km × 220 Tage (1.254 € Pendlerpauschale) lohnt der Einzelnachweis bei reiner Pendelei.

§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG · Fernpendler ohne Cap

Eigener PKW · kein Höchstbetrag

Fernpendler 80 km × 220 Tage · eigener Privat-PKW

Sachverhalt. Außendienstmitarbeiter mit fester erster Tätigkeitsstätte, einfache Strecke 80 km, eigenes Fahrzeug. Der Höchstbetrag 4.500 €/Jahr gilt nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG <strong>nicht</strong>, wenn die Strecke mit einem eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftfahrzeug zurückgelegt wird. Für jeden Pendeltag wird die Verwendung des PKW glaubhaft gemacht (Tankquittungen, TÜV, Inspektionsrechnungen, Versicherungsnachweis).

Rechnung. Einheitlicher Satz ab km 1 (Reform 2026): 80 km × 0,38 € = 30,40 €/Tag. Jahresbetrag: 30,40 € × 220 Tage = 6.688 €.

Festsetzung. Festsetzung: Werbungskosten Pendlerpauschale 6.688 €, ohne Deckelung durch den 4.500 €-Höchstbetrag. Bei Grenzsteuer 42 % (zvE 80.000 € Single) ergibt das eine Steuerersparnis von rund 2.809 € ESt (zuzüglich Soli, sofern Soli-pflichtig). Bei ÖPNV-Nutzung wäre der Abzug auf 4.500 € gedeckelt — Differenz 2.188 € entspräche rund 919 € entgangener Steuerersparnis. Belegpflicht: Anschrift Wohnung, Anschrift Tätigkeitsstätte, Strecke, Anzahl der Arbeitstage (Anlage N Zeilen 31 ff.).

§101 EStG · Mobilitätsprämie

Niedriglohnpendler unter Grundfreibetrag

Mobilitätsprämie 50 km × 230 Tage · zvE 11.500 € · ab km 1 (Reform 2026)

Sachverhalt. Teilzeitkraft in der Pflege, Bruttojahresgehalt rund 14.000 €, nach Werbungskosten- und Sonderausgaben-Abzug zvE 11.500 € (unterhalb Grundfreibetrag §32a Abs. 1 Nr. 1 EStG = 12.348 €). Einfache Strecke 50 km, 230 Arbeitstage. Bei Einkommensteuer 0 € entfaltet die Pendlerpauschale keine Wirkung über den Werbungskostenabzug — daher greift §§ 101–109 EStG (Mobilitätsprämie). Seit der Reform 2026 wird die Prämie auf die gesamte Strecke ab dem 1. Kilometer gewährt.

Rechnung. Pendlerpauschale (einheitlich 0,38 €/km ab km 1): 50 km × 0,38 € = 19,00 €/Tag × 230 = 4.370 €. Mobilitätsprämie wird seit 2026 auf die gesamte Pendlerpauschale ab km 1 gewährt: 4.370 € Bemessungsgrundlage × 14 % (Eingangssteuersatz §32a Abs. 1 Nr. 2 EStG) = 612 €. Zusätzliche Begrenzung: Prämie max. so hoch wie die Steuerersparnis, die der Abzug bei Steuerpflicht ausgelöst hätte.

Festsetzung. Festsetzung Mobilitätsprämie 2026: 612 €, beantragt mit Anlage Mobilitätsprämie zur Einkommensteuererklärung. Auszahlung gemeinsam mit ESt-Erstattung. Kontext: Die Mobilitätsprämie wirkt als Surrogat des Werbungskostenabzugs für Pendler, deren zvE den Grundfreibetrag nicht erreicht. Seit der Reform 2026 entfällt die frühere Beschränkung auf den Streckenanteil ab dem 21. Kilometer — die Prämie greift ab dem 1. Kilometer.

Bei mehreren Werbungskostentatbeständen — Pendlerpauschale, Home-Office, doppelte Haushaltsführung, Fortbildung — verdichtet sich der Belegaufwand. Marktübliche Steuersoftware (smartsteuer, WISO Steuer, Taxfix oder vergleichbar) bewegt sich zwischen 25 € und 45 € je Veranlagungszeitraum, übernimmt die ELSTER-Übermittlung und prüft die Pauschbetrags-Schwelle automatisch. Steuersoftware-Vergleich — die Lizenzkosten amortisieren sich typischerweise bereits durch den Werbungskosten-Mehrabzug einer einzigen Veranlagung. Hinweis nach § 5a UWG: gekennzeichneter Werbe-Link — bei Vermittlung erhält RechnerCheck eine Provision, ohne dass dem Nutzer Mehrkosten entstehen.

🏢 Arbeitgeberzuschuss: §3 Nr. 15, §40 Abs. 2, §3 Nr. 13 EStG

Drei Wege der Behandlung von Fahrtkostenerstattungen — mit unterschiedlicher Folge für Werbungskostenabzug und Sozialabgaben.

Erstattungsformen und Anrechnung

Steuerliche Behandlung und Wirkung auf die Pendlerpauschale.

Erstattungsform Norm Anrechnung Pendlerpauschale
Job-Ticket / ÖPNV-Sachbezug §3 Nr. 15 EStG steuer- und sv-frei · mindert abziehbare Pauschale 1:1 (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 7)
Pauschalbesteuerter Zuschuss bis Pauschale §40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 b EStG 15 % Pauschal-LSt · sv-frei · kein WK-Abzug für den erstatteten Teil
Reisekostenerstattung Auswärtstätigkeit §3 Nr. 13 / Nr. 16 EStG nur für Dienstreisen § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG · nicht für Pendelei
Dienstwagen mit privater Nutzung §6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG (1 %-Regelung) Zuschlag 0,03 % × BLP × km · Pendlerpauschale bleibt abziehbar
Tankgutschein / Sachbezug bis 50 € §8 Abs. 2 Satz 11 EStG sv-frei in Freigrenze · keine Anrechnung auf Pauschale

Die Anrechnung läuft technisch über Zeile 39 der Anlage N — steuerfreie und pauschalbesteuerte Erstattungen werden hier eingetragen und mindern den Werbungskostenabzug. Bei Job-Ticket und Pauschalbesteuerung sind die Werte regelmäßig in der Lohnsteuerbescheinigung (Nummer 17 / 18) bereits ausgewiesen. Quelle: BMF-Schreiben 24.10.2025 Rn. 28 ff. · §41b Abs. 1 EStG.

🏠 Doppelte Haushaltsführung §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG

Eine wöchentliche Familienheimfahrt nach der Pendlerpauschale-Logik — zusätzlich Miete am Beschäftigungsort, Einrichtung, Verpflegungsmehraufwand.

Bei beruflich veranlasster doppelter Haushaltsführung — Zweitwohnung am Beschäftigungsort neben dem Lebensmittelpunkt — sind nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG zusätzlich abzugsfähig: Miete am Beschäftigungsort bis 1.000 €/Monat (Satz 4), notwendige Einrichtung im Erstjahr, Verpflegungsmehraufwand für drei Monate sowie eine Familienheimfahrt wöchentlich nach Pendlerpauschale-Logik (Satz 6). Der BFH (VI R 26/22, 13.10.2022) fordert für den „eigenen Hausstand" am Lebensmittelpunkt eine angemessene finanzielle Beteiligung — Maßstab mindestens 10 % der laufenden Kosten der Hauptwohnung, dokumentiert per Daueraufträgen.

Werbungskosten-Komponenten bei dHF

Aufschlüsselung der absetzbaren Posten nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG.

Komponente Norm Höchstbetrag
Miete + Nebenkosten Zweitwohnung §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG 1.000 €/Monat
Familienheimfahrt 1 ×/Woche §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 6 EStG Pendlerpauschale 0,38 €/km
Notwendige Einrichtung Erstjahr §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG tatsächl. Aufwand
Verpflegungsmehraufwand (3 Monate) §9 Abs. 4a EStG 14 € / 28 € pro Tag
Umzugskosten an Beschäftigungsort §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 5 EStG tatsächl. Aufwand

BFH VI R 26/22 (13.10.2022): Eine angemessene finanzielle Beteiligung am Hauptwohnsitz (mind. 10 % der laufenden Kosten) ist konstitutiv für den „eigenen Hausstand". Bargeldzahlungen genügen nicht — vorzulegen sind Daueraufträge oder Überweisungen. Quelle: BFH VI R 26/22 · §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG.

🆕 Update-Log 2025 → 2026

Gesetzgebung, BMF-Schreiben und BFH-Entscheidungen, die für die Pendlerpauschale VZ 2026 maßgeblich sind.

Januar 2026

Reform 2026: einheitlich 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer

Mit Wirkung zum 1.1.2026 wird die Entfernungspauschale grundlegend reformiert: Die bisherige zweistufige Staffel (0,30 €/km für die ersten 20 km, 0,38 €/km ab dem 21. km) wird abgeschafft. Stattdessen gilt einheitlich <strong>0,38 €/km ab dem 1. Entfernungskilometer</strong> (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG). Der erhöhte Satz wird zugleich entfristet — er gilt dauerhaft und nicht mehr nur befristet bis 31.12.2026. Der Höchstbetrag 4.500 € sowie der Werbungskosten-Pauschbetrag 1.230 € bleiben unverändert.

Januar 2026

Tarifeckwerte VZ 2026 wirken auf Mobilitätsprämie

Anhebung des Grundfreibetrags auf 12.348 € (§32a Abs. 1 Nr. 1 EStG i.d.F. Steuerfortentwicklungsgesetz) verschiebt die Anspruchsschwelle der Mobilitätsprämie §101 EStG. Wer zvE knapp über 12.348 € erzielt, fällt aus der Mobilitätsprämie heraus, da der reguläre Werbungskostenabzug §9 EStG bereits Wirkung entfaltet. Im Zuge der Reform 2026 wird die Prämie nun auf die gesamte Strecke ab dem 1. Kilometer gewährt und ebenfalls entfristet. Die Eingangssteuer 14 % als Prämien-Multiplikator bleibt unverändert (§32a Abs. 1 Nr. 2 EStG).

März 2026

BMF-Schreiben zur Pendlerpauschale 2026 (IV C 5 – S 2353/19/10011)

Das BMF-Schreiben vom 24.10.2025 fasst die Verwaltungsauffassung zur Entfernungspauschale für VZ 2026 zusammen. Bestätigt werden: einheitlicher Satz 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer (Reform 2026), Höchstbetrag 4.500 € bei nicht-PKW-Strecken, Mobilitätsprämie 14 % ab km 1, Anrechnung steuerfreier Arbeitgeberleistungen §3 Nr. 15 EStG. Anwendungs­fragen zu Hybridarbeit (tageweise PKW/ÖPNV) werden in Rn. 18 ff. konkretisiert.

April 2026

BFH-Linie zur Werbungskosten-Pauschalisierung (VI R 14/24)

Der BFH bestätigt in mehreren Entscheidungen (zuletzt VI R 14/24) die Abschließendheit der pauschalierten Werbungskostentatbestände. Folge für Pendler: Eine über die Entfernungspauschale (0,38 €/km ab km 1) hinausgehende Geltendmachung tatsächlicher PKW-Kosten ist außerhalb von §9 Abs. 2 EStG (Schwerbehinderung) nicht möglich — selbst dann nicht, wenn die nachgewiesenen Kosten je km die Pauschale erheblich übersteigen.

❓ Häufige Fragen zur Pendlerpauschale 2026

11 Antworten mit präzisem Bezug auf §§ EStG, BMF-Quellenlage und BFH.

Wie hoch ist die Entfernungspauschale 2026 nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG?

Seit der Reform 2026 gilt die Entfernungspauschale einheitlich mit 0,38 €/km ab dem 1. Entfernungskilometer. Die frühere zweistufige Staffel (0,30 €/km für die ersten 20 km, 0,38 €/km ab dem 21. km) ist abgeschafft. Der erhöhte Satz von 0,38 €/km ist zugleich entfristet — er gilt dauerhaft und nicht mehr nur befristet bis 31.12.2026. Der Höchstbetrag von 4.500 €/Jahr (außer bei eigenem oder überlassenem PKW) bleibt unverändert.

Welche Strecke wird angesetzt — Luftlinie oder Fahrstrecke?

Maßgeblich ist nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Eine offensichtlich verkehrsgünstigere Strecke darf angesetzt werden, wenn sie regelmäßig genutzt wird (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 5 EStG). „Offensichtlich" bedeutet nach BMF-Praxis: erhebliche Zeitersparnis (Faustwert ≥ 20 Minuten täglich) oder verkehrstechnische Notwendigkeit. Die Strecke wird nur einfach (Hinweg) angesetzt, nicht doppelt — die Pauschale gilt je Arbeitstag, nicht je Fahrt.

Gilt der Höchstbetrag 4.500 €/Jahr auch bei eigenem PKW?

Nein. Nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 Hs. 2 EStG entfällt der Höchstbetrag, wenn die Strecke mit einem eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftfahrzeug zurückgelegt wird. Bei Bahnpendlern, ÖPNV-Nutzern, Fahrrad, Fußweg oder Mitfahrt gilt der Cap 4.500 €. Bei Mischformen (drei Tage Bahn, zwei Tage PKW) ist tageweise aufzuteilen — der unbegrenzte Abzug gilt nur für die mit eigenem PKW gefahrenen Tage.

Werden Hin- und Rückweg getrennt gezählt?

Nein. Die Entfernungspauschale ist ausdrücklich eine Entfernungspauschale — sie wird je Arbeitstag und einfacher Strecke gewährt (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 1 EStG). Wer 30 km zur Arbeit fährt, bringt 30 km in Ansatz, nicht 60 km. Eine Ausnahme gilt nur, wenn an einem Tag tatsächlich nur die Hinfahrt erfolgt (z. B. mehrtägige Dienstreise) — dann reduziert sich der Ansatz auf 50 % nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 3 EStG.

Wie wirkt die Pendlerpauschale gegenüber dem Werbungskosten-Pauschbetrag 1.230 €?

Der Pauschbetrag §9a Satz 1 Nr. 1 a EStG von 1.230 € wird automatisch angesetzt — der Einzelnachweis lohnt nur, wenn die Summe aller Werbungskosten (Pendlerpauschale, Arbeitsmittel, Fortbildung, doppelte Haushaltsführung, Home-Office-Pauschale §4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG) den Pauschbetrag übersteigt. Kipppunkt bei reiner Pendelei: ca. 23 km × 220 Tage = 1.518 € (über Pauschbetrag) oder 17 km mit höherem Tagesvolumen. Wer 10 km × 220 = 660 € geltend macht, hat dieselbe Festsetzung wie ohne Angabe — der Pauschbetrag deckt diesen Betrag.

Was ist die Mobilitätsprämie nach §§ 101–109 EStG?

Die Mobilitätsprämie kompensiert Geringverdiener, deren zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag (2026: 12.348 €) nicht erreicht — bei diesen wirkt der Werbungskostenabzug rechnerisch ins Leere, da bereits ohne ihn keine Einkommensteuer anfällt. Seit der Reform 2026 beträgt die Prämie 14 % der Pendlerpauschale ab dem 1. Entfernungskilometer (§101 EStG i.V.m. §32a Abs. 1 Nr. 2 EStG) — die frühere Beschränkung auf den Anteil ab dem 21. km ist entfallen, ebenso die Befristung. Beantragung mit Anlage Mobilitätsprämie zur ESt-Erklärung. Auszahlung gemeinsam mit der ESt-Veranlagung.

Wie wird die Pauschale bei doppelter Haushaltsführung behandelt?

Nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 6 EStG wird für eine Familienheimfahrt wöchentlich die Entfernungspauschale gewährt — vom Beschäftigungsort zum Lebensmittelpunkt. Höchstbetrag 4.500 € entfällt nur bei eigenem PKW; ÖPNV ist gedeckelt. Zusätzlich abzugsfähig: Miete am Beschäftigungsort bis 1.000 €/Monat (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG), Einrichtung im Erstjahr, Verpflegungsmehraufwand 3 Monate. BFH VI R 26/22 (13.10.2022) fordert für den „eigenen Hausstand" am Lebensmittelpunkt eine angemessene finanzielle Beteiligung — mindestens 10 % der laufenden Kosten der Hauptwohnung, dokumentiert per Daueraufträgen.

Welche Verkehrsmittel sind erfasst — auch Fahrrad und Fußweg?

Die Pauschale ist verkehrsmittelunabhängig (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 EStG). Sie gilt für PKW, ÖPNV, Bahn, Fahrrad, Pedelec, E-Scooter, Motorrad und sogar den Fußweg. Die Pauschale wird unabhängig von tatsächlichen Aufwendungen gewährt — Fahrradpendler erhalten dieselben 0,38 €/km wie PKW-Pendler. Eine Ausnahme: Bei höheren tatsächlichen Kosten für ÖPNV dürfen diese alternativ angesetzt werden, wenn der Nachweis geführt wird (§9 Abs. 2 Satz 2 EStG). Bei Schwerbehinderung (GdB ≥ 70 oder ≥ 50 mit Merkzeichen aG, Bl, H) gilt §9 Abs. 2 Satz 3 EStG: tatsächliche Kosten ohne Höchstbetrag.

Wirkt die Pauschale an Homeoffice-Tagen?

Nein. Die Pauschale setzt eine tatsächliche Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte voraus (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 1 EStG: „Aufwendungen … für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte"). Für Heimarbeitstage gilt die Home-Office-Pauschale §4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG: 6 €/Tag, maximal 1.260 €/Jahr (= 210 Tage). Beide Pauschalen sind alternativ pro Tag — wer morgens 2 Std. im Homeoffice arbeitet und nachmittags ins Büro fährt, kann nur die Pendlerpauschale beanspruchen. Die Aufteilung erfolgt tageweise; keine doppelte Geltendmachung am selben Kalendertag.

Wie behandelt der Arbeitgeber Fahrtkostenzuschüsse — §40 Abs. 2 EStG?

Erstattet der Arbeitgeber Fahrtkosten, kommen drei Wege in Betracht. (a) §3 Nr. 15 EStG: Job-Ticket / ÖPNV-Sachbezug ist steuerfrei, mindert aber die abziehbare Pendlerpauschale 1:1 (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 7 EStG). (b) §40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 b EStG: Pauschalbesteuerung mit 15 % für Zuschüsse bis zur Höhe der abziehbaren Pendlerpauschale — keine Sozialabgaben, kein Abzug beim Arbeitnehmer. (c) Reisekostenerstattung §3 Nr. 13 / Nr. 16 EStG nur für Auswärtstätigkeit, nicht für die Strecke Wohnung → erste Tätigkeitsstätte. Die Verrechnung läuft über Zeile 39 der Anlage N (steuerfreie / pauschalbesteuerte Erstattungen).

Welche Belege verlangt das Finanzamt für die Pendlerpauschale?

Belegpflicht ist gering — die Pauschale ist gerade als Vereinfachungsregel konzipiert. Erforderlich sind Angaben in der Anlage N (Zeilen 31 ff.): Anschrift Wohnung und Tätigkeitsstätte, Entfernung in km, Anzahl der tatsächlichen Anwesenheitstage, Verkehrsmittel. Tankquittungen oder Inspektionsrechnungen sind nicht zwingend, dienen aber bei Streckenstreitigkeiten als Glaubhaftmachung der PKW-Nutzung (Höchstbetragsbefreiung). Bei Ansatz einer „verkehrsgünstigeren" Strecke empfiehlt sich ein Routenvergleich (Google Maps Screenshot). Bei doppelter Haushaltsführung sind Mietvertrag, Daueraufträge und Heimfahrtnachweise (Bahntickets) vorzuhalten.

📖 Schlüsselbegriffe aus §9 EStG und Verwaltungspraxis

Entfernungspauschale §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG
Verkehrsmittelunabhängige Pauschale für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Seit der Reform 2026 einheitlich 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer (die frühere zweistufige Staffel ist abgeschafft). Wird je Arbeitstag und einfacher Strecke gewährt — nicht je Fahrt.
Erste Tätigkeitsstätte §9 Abs. 4 EStG
Ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist (arbeitsrechtliche Festlegung oder typisierende Ortsmerkmale). Maximal eine je Dienstverhältnis. Maßgeblich für die Abgrenzung Pendlerpauschale vs. Reisekosten §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG.
Kürzeste Straßenverbindung §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG
Grundsatz für die Streckenermittlung — gemessen entlang öffentlicher Straßen, nicht Luftlinie. Abweichung zugunsten einer „offensichtlich verkehrsgünstigeren" Strecke nur bei nachweislich erheblicher Zeitersparnis (Faustwert ≥ 20 Min./Tag).
Höchstbetrag §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 EStG
4.500 €/Jahr — gilt bei Bahn, ÖPNV, Fahrrad, Fußweg, Mitfahrt. Entfällt bei eigenem oder überlassenem Kraftfahrzeug. Mischformen werden tageweise aufgeteilt.
Mobilitätsprämie §§ 101–109 EStG
Surrogat des Werbungskostenabzugs für Geringverdiener unter dem Grundfreibetrag. Seit der Reform 2026: 14 % der Pendlerpauschale ab dem 1. Entfernungskilometer (zuvor nur ab km 21), entfristet. Beantragung mit Anlage Mobilitätsprämie zur ESt-Erklärung.
Werbungskosten-Pauschbetrag §9a EStG
1.230 €/Jahr für Arbeitnehmer (§9a Satz 1 Nr. 1 a EStG, unverändert seit VZ 2023). Pendlerpauschale wirkt nur, soweit Summe aller Werbungskosten den Pauschbetrag übersteigt — Kipppunkt bei reiner Pendelei rund 15 km × 220 Tage.
Pauschalbesteuerung §40 Abs. 2 Nr. 1 b EStG
Arbeitgeber kann Fahrtkostenzuschüsse bis zur Höhe der abziehbaren Pendlerpauschale mit 15 % pauschal versteuern — Folge: sozialversicherungsfrei, keine zusätzliche Lohnsteuer beim Arbeitnehmer, dafür kein Werbungskostenabzug für den erstatteten Anteil.

📚 Quellen, BMF-Schreiben und BFH-Aktenzeichen

Gesetzestexte, BMF-Schreiben mit Aktenzeichen, BFH-Entscheidungen und Statistik zur Pendlerstruktur 2024 / 2025.

🔗 Verwandte Steuer-Rechner

Themen, die mit der Festsetzung der Pendlerpauschale verschränkt sind.

Zur Ermittlung des persönlichen Grenzsteuersatzes, der über die Wirkungstiefe der Pendlerpauschale entscheidet, dient der Einkommensteuer-Rechner §32a EStG. Die monatliche Vorauszahlung über den Lohnsteuerabzug bildet der Lohnsteuer-Rechner §39b EStG ab — Eintragung eines Lohnsteuer-Freibetrags für die Pendlerpauschale ist nach §39a EStG möglich.

Tatsächliche Fahrzeugkosten — relevant bei Schwerbehinderung §9 Abs. 2 Satz 3 EStG oder bei Auswärtstätigkeit — werden über Fahrtenbuch §6 EStG und Spritkosten erfasst. Bei Dienstwagen mit Privatnutzung greift parallel die 1 %-Regelung §6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG — die Pendlerpauschale bleibt daneben abziehbar, der 0,03 %-Zuschlag fällt aber an.

Brutto-Nettoeffekt der Werbungskostenwirkung im Lohnsteuerabzug: Brutto-Netto-Rechner. Familienkomponenten wie Kinderfreibetrag §32 Abs. 6 EStG und der Solidaritätszuschlag §4 SolzG ergänzen die Festsetzung.

§

Methodik & Pflegezyklus

Wie Pauschsätze, Höchstbeträge und Mobilitätsprämie dieses Rechners zustandekommen

Die Berechnung folgt §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG in der für VZ 2026 anzuwendenden Fassung. Der seit der Reform 2026 einheitliche Satz von 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer wird aus dem Gesetzestext übernommen — keine Approximation. Die Mobilitätsprämie §§ 101–109 EStG ist als optionale Anschluss­berechnung über den Grundfreibetrags-Schalter abbildbar; die Verrechnung des Pauschbetrags §9a EStG erfolgt erst auf Veranlagungsebene und wird im Rechner als Hinweis ausgegeben. Nicht abgebildet: Anrechnung steuerfreier Arbeitgeberleistungen §3 Nr. 15 EStG, pauschalbesteuerter Zuschüsse §40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 b EStG, Sonderkonstellation Schwerbehinderung §9 Abs. 2 Satz 3 EStG sowie tageweise Mischformen (PKW / ÖPNV).

Quellen: §§ 9, 9a, 4 Abs. 5 Nr. 6c, 101–109, 3 Nr. 13/15, 40 Abs. 2, 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG · BMF-Schreiben 24.10.2025 (IV C 5 – S 2353/19/10011) · BFH VI R 26/22 · BFH VI R 14/24 · Inflationsausgleichsgesetz 2024 (BGBl. 2024 I) Letzte fachliche Prüfung: 6. Mai 2026 Update-Zyklus: Jährlich zum Veranlagungszeitraumwechsel sowie ad hoc bei BMF-Schreiben mit Tarifrelevanz. Methodik-Übersicht →
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