Gehalt & Steuern

Brutto-Netto 2026: Wie viel bleibt wirklich vom Gehalt?

Zwischen Brutto und Netto liegen Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer und die Sozialabgaben. Wir zeigen, was wovon abgeht – und warum von einer Gehaltserhöhung oft weniger ankommt als gedacht.

RechnerCheck-Redaktion 6 Min. Lesezeit

„Was verdienst du?" – die Antwort lautet meist brutto. Auf dem Konto landet aber das Netto, und der Unterschied ist erheblich. Dieser Ratgeber erklärt, welche Abzüge es 2026 gibt und welche Stellschrauben dein Netto beeinflussen.

Die zwei Blöcke: Steuern und Sozialabgaben

Vom Bruttogehalt gehen zwei große Blöcke ab:

1. Steuern

  • Lohnsteuer – die Vorauszahlung auf die Einkommensteuer, abhängig von Höhe und Steuerklasse.
  • Solidaritätszuschlag – 5,5 % der Lohnsteuer, fällt aber erst oberhalb hoher Freigrenzen an (die meisten zahlen ihn nicht mehr).
  • Kirchensteuer – 8 oder 9 % der Lohnsteuer, nur bei Kirchenmitgliedschaft.

2. Sozialabgaben (Arbeitnehmeranteil)

  • Rentenversicherung – 9,3 %
  • Arbeitslosenversicherung – 1,3 %
  • Krankenversicherung – 7,3 % + halber Zusatzbeitrag der Kasse
  • Pflegeversicherung – rund 1,8 % (Zuschlag für Kinderlose, Abschlag mit mehreren Kindern)

Die Sozialabgaben fallen nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze an – wer mehr verdient, zahlt auf den übersteigenden Teil keine weiteren Beiträge.

Was bleibt von deinem Gehalt?Netto mit Steuerklasse, Kindern und Kirche berechnen.
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Die wichtigste Stellschraube: die Steuerklasse

Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Sie ändert nicht die Jahressteuer­schuld, aber den monatlichen Liquiditätsfluss:

KlasseFür wen
ILedige, Geschiedene
IIAlleinerziehende (mit Entlastungsbetrag)
III / VVerheiratete mit ungleichem Verdienst
IV / IVVerheiratete mit ähnlichem Verdienst
VIfür den zweiten Job

Verheiratete sollten die Kombination prüfen – die Wahl III/V oder IV/IV beeinflusst das monatliche Netto stark. Der Steuerklassenwechsel-Rechner hilft beim Vergleich.

Warum von der Gehaltserhöhung weniger ankommt

Deutschland hat einen progressiven Steuertarif: Jeder zusätzliche Euro wird mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert, nicht mit dem Durchschnittssatz. Von 200 € mehr brutto bleiben deshalb häufig nur 100–120 € netto übrig. Das ist kein Fehler, sondern Systematik – aber gut zu wissen, bevor man über eine Erhöhung verhandelt.

Lohnt sich die Gehaltserhöhung netto?Exaktes Netto-Plus nach Abzügen berechnen.
Gehaltserhöhung-Rechner →

So holst du mehr Netto heraus

  • Freibeträge eintragen (z. B. Fahrtkosten, Werbungskosten) – mehr Netto schon im Monat.
  • Steuerklassen-Kombination bei Ehepaaren optimieren.
  • Steuerfreie Extras nutzen (z. B. Sachbezug, Jobticket, betriebliche Altersvorsorge).
  • Einkommensteuererklärung abgeben – im Schnitt gibt es vierstellige Rückerstattungen.
Quellen: § 32a EStG (Tarif) · § 39b EStG (Lohnsteuerabzug) · BMF-Lohnsteuertabellen 2026 · DRV-Beitragssätze. Stand Juni 2026.

Passende Rechner

Hinweis: Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 3. Juni 2026. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine qualifizierte Fachperson. Mehr dazu in der Über-uns und der Methodik.